Effektivzins­angabe: Banken verstoßen gegen Vorschrift

Banken sind verpflichtet, für Kredite den effektiven Jahres­zins zu nennen, der alle wichtigen Kosten enthält – schon in der Werbung und auch für unver­bindliche Angebote. Seit März 2016 gelten strengere Vorschriften für die Effektivzins­angabe – doch sie werden von Banken oft ignoriert.

Kombikredite

Für Kombikredite mit Bauspar­verträgen müssen Banken jetzt den Effektivzins für die gesamte Lauf­zeit ausweisen. Darin gehen neben den Zinsen alle Bausparbeiträge und Gebühren ein. Doch in mehr als der Hälfte der 45 im Test angebotenen Kombikredite fehlte der Effektivzins. Ein Vergleich mit herkömm­lichen Bank­darlehen ist dann fast unmöglich. Besonders häufig fehlte der Effektivzins bei den Sparda Banken Baden-Württem­berg und West, die dafür Punkt­abzüge bei der Kunden­information bekamen.

Grund­buch­kosten

Auch Kosten für die Bestellung der Kreditsicherheiten sind in den Effektivzins einzurechnen, soweit sie der Bank bekannt sind. Nur Notar­kosten sind ausgenommen. Grund­buch­gebühren sind gesetzlich fest­gelegt, der Bank bekannt und deshalb nach Auffassung von Finanztest immer einzurechnen. Doch in jedem dritten Kredit­angebot im Test fehlten diese Kosten. Allianz, Commerz­bank und Deutsche Bank gaben den Effektivzins sogar durchweg etwas zu nied­rig an. Grund­buch­kosten erhöhen den Effektivzins nur um wenige Hundertstel Prozent­punkte. Dennoch ist es ärgerlich, wenn sich Banken auf diese Art Wett­bewerbs­vorteile verschaffen.

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