„Ein Mangel eines Bauwerkes liegt vor, wenn die Bauausführung vom geschuldeten Werkerfolg abweicht.“ Das meint der Bundesgerichtshof (BGH). Doch trotz dieser klaren höchstrichterlichen Erkenntnis wird nirgendwo häufiger und härter gestritten als rund um den Neubau.

So wie im Fall eines Bauunternehmers, der den Keller eines neu zu errichtenden Hauses einen Meter zu hoch ins Erdreich gesetzt hatte. Als der Bauherr den Fehler bemerkte, verweigerte er weitere Zahlungen. Er wollte ein Erdgeschoss und kein Hochparterre. Der Unternehmer klagte trotzdem vor Gericht auf Werklohn. Der Auftraggeber konterte und verlangte seinerseits sein gezahltes Geld zurück sowie einen Vorschuss auf die Abrisskosten.

So klar die Rechtslage schien – der Streit währte Jahre und erst der BGH klärte die Sache im Sinne des Bauherrn. Das Gericht stellte fest, dass der hohe Keller ein Baumangel sei (Az. VII ZR 1/00).

Solch riskanten Ärger – bei Baumängeln zahlt keine Rechtsschutzversicherung! – können baufreudige Familien jetzt leichter vermeiden: Die Stiftung Warentest hat zusammen mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ein Buch herausgegeben, mit dem auch Laien ihr Bauvorhaben von der Planung an Gewerk für Gewerk sachkundig begleiten können.

Insgesamt 49 Checklisten helfen privaten Bauherren dabei, den Überblick über die einzelnen Bauleistungen zu behalten, und geben klare Hilfestellungen, wenn es um Baustellenbegehungen, Mängelrügen oder Abnahmeprotokolle geht.

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