Baudarlehen Meldung

Bauherren und Wohnungskäufer können mit Banken einen um bis zu 0,4 Prozentpunkte niedrigeren Zinssatz aushandeln, wenn sie für ihr Darlehen einen höheren Tilgungssatz als 1 Prozent vereinbaren. Denn je höher die Tilgung, desto billiger kann sich die Bank das für den Kredit nötige Geld am Kapitalmarkt besorgen.

So muss eine Bank für ein Darlehen mit 15-jähriger Zinsbindung und 4 Prozent Tilgung selbst rund 0,3 Prozentpunkte Zinsen weniger zahlen als für das gleiche Darlehen mit nur 1 Prozent Tilgung (siehe Tabelle). Gibt sie diesen Vorteil an den Kunden weiter, spart er bei einem 100 000-­Euro-Darlehen rund 4 500 Euro.

Kreditnehmer bekommen allerdings nicht automatisch günstigere Konditionen, wenn sie sich für eine schnelle Tilgung entscheiden. Die meisten Banken versuchen ihre Kredite auch bei hoher Tilgung zu den Konditionen zu verkaufen, die für Darlehen mit 1 Prozent Tilgung gelten.

Doch wer den Zinsvorteil der Banken kennt, hat gute Chancen, einen besseren Zinssatz auszuhandeln. Finanztest hat einen neuen Excel-Rechner entwickelt, der die so genannten Einstandszinssätze der Banken für Baudarlehen berechnet. Das sind die Zinssätze, die Banken für die Refinanzierung von Krediten mit unterschiedlicher Zinsbindung und Tilgung zahlen müssen.

Mit dem Rechner können Baufinanzierer leicht prüfen, ob ein Kreditangebot günstig oder teuer ist. Für Darlehen bis 60 Prozent des Immobilienwertes gelten folgende Faustregeln:

Liegt der Effektivzins des Darlehens nur bis zu einem halben Prozentpunkt über dem Einstandszinssatz der Bank, ist das Angebot sehr günstig. Ein Zinssatz von 0,75 Prozent über dem Einstandssatz ist Durchschnitt. Schlägt die Bank mehr als 1 Prozent drauf, ist der Kredit teuer.

Für Kredite über 60 Prozent des Immobilienwerts dürfen diese Zinsaufschläge um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte höher ausfallen.

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