Mieter können wegen Baulärm und Staub auf dem Nach­bargrund­stück die Miete mindern. Im vor dem Land­gericht Berlin verhandelten Fall ging es um eine Frau, die im Jahr 2000 eine Wohnung angemietet hatte, neben der sich ein mit Bäumen bewachsenes Grund­stück befand. Zwischen 2013 und 2015 wurden dort eine Tiefgarage und ein Gebäude errichtet. Das verursachte Lärm, Staub und Erschütterungen – in der Woche und teils auch am Wochen­ende.

Dafür wollte die Mieterin die Miete um 20 Prozent mindern. Der Vermieter lehnte ab. Er sei nicht verantwort­lich für die Störungen. Das Gericht hielt die Miet­minderung für rechtens. Bei Abschluss des Miet­vertrages hätten die Beteiligten still­schweigend vereinbart, dass die Wohnung den üblichen Mindest­stan­dard einhalte. Dazu gehöre auch ein gesundheitlich unbe­denk­liches Wohnen. Dieser Stan­dard sei während der Bauphase nicht einge­halten worden. Auch dass der Vermieter die Beein­trächtigungen weder abwehren, noch eine Entschädigung vom Nach­barn verlangen konnte, ändere daran nichts (Az. 67 S 76/16).

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