Batterien Test

Die Preisunterschiede sind enorm: Eine Mignonzelle vom Typ AA kostet oft nur 21 Cent, mitunter aber auch mehr als 2 Euro. Lohnt es sich, die teuren Batterien zu kaufen?

Für Strom aus der Steckdose bezahlt ein Privatkunde in Deutschland meist etwa 0,20 Euro pro Kilowattstunde. Spannende Frage: Wie viel kostet es eigentlich, wenn er die gleiche Strommenge aus Batterien gewinnt? Unser Test von Stromspeichern im Zwergenformat gibt Antwort: Um eine Kilowattstunde aus Mignon-(AA-)Batterien zu gewinnen, bräuchte er rund 300 Stück. Das würde mindestens 60 Euro kosten.

Tipp: Sofern die Alternative besteht, ist die Stromversorgung über ein Netzkabel immer am billigsten. Nutzen Sie Batterien nur dann, wenn sie echte Vorteile bringen, etwa wenn Geräte mobil funktionieren müssen.

Alkaline gegen Lithium

Batterien Test

Wir haben für den Test 1,5-Volt-Gerätebatterien im Format AA ausgewählt, weil davon jährlich in Deutschland mehrere hundert Millionen Stück über den Ladentisch gehen. Am meisten werden Alkaline-Zellen gekauft. Davon sind 23 Produkte im Test vertreten, außerdem 3 Lithium-Batterien, die vor allem bei großem Strombedarf, etwa dem Fotoblitzlicht, eingesetzt werden.

Tipp: Kaufen Sie keine Zink-Kohle-Bat­terien. Bei früheren Tests haben sich Produkte dieser alten Bauart als so leistungsschwach erwiesen, dass wir sie diesmal gar nicht mehr einbezogen haben. Ihr Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr schlecht.

Störeinflüsse ausgeschlossen

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Auf dem Prüfstand: Im Labor simulierten wir unter gleichen Testbedingungen, wie die Batterien entladen werden. Hunderten dieser kleinen Kraftspender zapften wir – immer im gleichen Rhythmus – den Strom ab und ermittelten, wie viel Energie sich für den jeweiligen Zweck aus ihnen gewinnen lässt.

Batterien wandeln chemische Energie in elektrische um. Im Mittelpunkt des Tests stand die Frage, wie lange sie unter verschiedenen Einsatzbedingungen durch­halten. Im Labor simulierten wir typische Entladesituationen. Dabei prüften wir die Batterien nicht in echten Radios, Spielzeugen oder Kameras, sondern auf einem Prüfstand. Hier kamen stattdessen kleine elektrische Widerstände zum Einsatz. So waren überall die gleichen Testbedingungen garantiert und Störeinflüsse durch möglicherweise unterschiedlich funktionierende Geräte ausgeschlossen. Immer im gleichen Rhythmus zapften wir den Batterien Strom einer bestimmten Stärke ab. Und zwar so lange, wie noch genügend restliche Spannung für einen optimalen Betrieb vorhanden war.

Die billigsten „guten“ Alkalines

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Die Energiemengen, die wir bei den Tests aus den Batterien gewinnen konnten, unterscheiden sich stark. Im Radiobetrieb war die Energieausbeute durchweg am höchsten. Der Grund: Derartige Geräte ziehen relativ wenig Strom, sodass die Batterien geschont werden und sich ihre Energiereserven langsam ausschöpfen lassen.

Tipp: Für simple Einsatzzwecke mit ge­ringem Stromverbrauch eignen sich die meisten Alkaline-Batterien gut. Wählen Sie diejenigen aus, für die wir die niedrigsten Radiobetriebskosten ermittelt haben (siehe Tabelle). Das sind vor allem die Batterien von Aldi (Nord und Süd), Lidl und dm.

Die besten Alkalines

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Schutz vor Fehlanwendung:Wird eine Batterie falsch in ein Gerät eingesetzt, kann sie sich stark erhitzen. Damit die dann unter Druck stehende Kalilauge kontrolliert entweichen kann, öffnet ein Sicherheitsventil und schützt vor Explosion. Im Ernstfall gilt: Vorsicht vor der Lauge!

Doch wie sieht es nun aus, wenn man die Batterien in Geräte einsetzt, die mehr Strom ziehen – zum Beispiel in Spielzeugmotoren? Hier zeigen unsere Tests, dass die Alkaline-Technik recht ausgereift ist. Alle Testkandidaten erreichen akzeptable Energieausbeuten. Besonders ergiebig ist die Panasonic Evoia für 1,88 Euro pro Batterie, die mit „erhöhtem Füllvolumen“ und „verbesserter Reaktionsfähigkeit“ beworben wird.

Der technologische Vorsprung teurer Markenprodukte ist allerdings längst nicht so groß, wie ihre oft happigen Preise vermuten lassen. Für Spielzeug- und andere Motoren lieferten sie zwar rund 10 bis 15 Prozent mehr Energie als die anderen Alkaline-Batterien im Durchschnitt, doch andererseits lagen ihre Preise auch um weit mehr als 50 Prozent über dem mittleren Preisniveau von zirka 60 Cent pro Batterie.

Tipp: Kaufen Sie die leistungsstarken, aber teureren Alkaline-Batterien, die sich im Test auf den vorderen Rängen platzieren, möglichst im Sonderangebot und in preisgünstigeren Großpackungen.

Sieger mit eindrucksvollem Vorsprung

Die mit Abstand meiste Energie holten wir im Test aus den Energizer-Ultimate-Lithium-Zellen heraus. In der Spielzeugmotorenprüfung erwiesen sie sich im Vergleich zur Alkaline-Konkurrenz um 70 Prozent ergiebiger. Noch eindrucksvoller ist der Vorsprung des Testsiegers bei den Fotoblitzen: Dabei lieferten sie doppelt so viel Energie wie die besten Alkali-Mangan-Zellen (hier Panasonic Evoia und Varta Max Tech). Spitzenleistung zeigte die Energizer Lithium auch in der umfangreichen Digitalkameraprüfung: Da war sie mehr als dreimal so ergiebig wie die besten alkalischen.

Pluspunkte bei Minusgraden

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Auslaufschutz:Sind Batterien verbraucht, laufen sie oft schnell aus. Deshalb leere Batterien besser sofort aus dem Gerät nehmen.

Ein Vorteil der Lithiumtechnik besteht darin, dass ihre Kapazität bei Kälte voll zur Verfügung steht. Alkali-Mangan-Zellen büß­ten bei minus 15 Grad dagegen mehr als die Hälfte ihrer Leistungsfähigkeit ein. Weitere Pluspunkte: Lithiumzellen wiegen trotz ihres hohen Energiegehalts rund ein Drittel weniger. Und wegen geringer Selbstentla­dung sind sie relativ lange haltbar.

Tipp: Für Wanderungen, Paddeltouren oder andere Einsätze, bei denen es auf eine sichere und ergiebige Energieversorgung ankommt, ist die Energizer Ultimate Lithium die erste Wahl. Das Risiko, dass die Kamera genau im falschen Moment streikt und nach frischen Batterien verlangt, lässt sich zwar auch mit ihr nicht ausschließen, aber doch deutlich mindern.

Erfreulich: Die Schwermetallgehalte aller geprüften Batterien sind so niedrig, dass wir sie durchweg mit „gut“ oder „sehr gut“ beurteilen konnten. Aber dennoch sind derartige „Wegwerfprodukte“ aus Umweltsicht nicht unproblematisch.

Tipp: Werfen Sie alte Batterien in die Sammelbehälter in den Geschäften, damit sie recycelt werden können. Bevorzugen Sie beim Kauf Batterien, die länger halten und die in weniger aufwendigen Verpackungen angeboten werden.

Kameras und andere Geräte, die hohe Ansprüche an die Spannung stellen, verlangen oft schon nach frischen Batterien, obwohl die alten längst noch nicht leer sind. Mitunter kann das auch passieren, weil eine in der Packung von vornherein weniger ergiebig war als die anderen. Im Test haben wir das vereinzelt bei den Lithiumzellen von Conrad und H+H beobachtet.

Tipp: Kontrollieren Sie alle Batterien vor dem Entsorgen mit einem Batterietester. In Geräten, die geringe Ansprüche an die Batterie stellen (etwa kleine Wecker, Fernbedienung, Wanduhren) können Sie vielen Batterien ein „zweites Leben“ schenken.

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