Basmatireis im Test Test

Basmati, der Duftreis vom Fuße des Himalaya, gilt als besonders edel. Zu Recht? Die Stiftung Warentest hat Basmatireis getestet und 31 Produkte unter die Lupe genommen – darunter bekannte Marken wie Uncle Ben’s, Oryza und Tilda, aber auch Bio-Reis und Discounterware. Fazit: Jeder fünfte Basmati im Test fällt durch. Das liegt an Schad­stoffen, geschmack­lichen Fehlern und fehlender Sorten­reinheit. Drei Produkte sind geschmack­lich spitze (Preise: 1,78 Euro bis 8,45 Euro pro Kilogramm).

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TestBasmatireis im Test29.08.2018
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Von Gut bis Mangelhaft

Duftend – das bedeutet Basmati auf Hindi. Der lang­körnige, schlanke Reis wächst am Fuße des Himalaya in Indien und Pakistan. Er ist besonders aromatisch und hat bereits ungekocht eine charakteristische Duftnote, die ihn von anderen Reissorten (siehe Warenkunde) unterscheidet. 31 Basmati-Produkte haben wir für unseren Test ausgewählt, darunter weißen Reis – lose verpackt und im Kochbeutel – sowie Voll­korn­reis und vorgegarten Reis für die Mikrowelle. Die Gesamt­urteile reichen von Gut bis Mangelhaft. In der Teilnote „Sensorik“ (Geruch, Geschmack, Konsistenz und Mund­gefühl) schaffen drei Produkte ein Sehr gut.

Das bietet der Test von Basmatireis

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabellen zeigen Bewertungen der Stiftung Warentest zu 31 Basmatireis-Produkten. Im Test vertreten sind weißer Reis (16 lose verpackt und 5 im Kochbeutel), sowie fünf Voll­korn­reise und fünf Mikrowellen­produkte. Mit dabei sind bekannte Marken wie Uncle Ben’s, Oryza und Tilda. 8 Produkte tragen ein Biosiegel. Geprüft wurde neben Geruch, Geschmack, Konsistenz und Mund­gefühl auch die Authentizität (etwa der Anteil an Fremdreis und Bruch). Außerdem hat die Stiftung Warentest den Reis auf kritische Stoffe wie Pestizide, Schimmelpilzgifte und Begasungs­mittel untersucht. Die Gesamt­noten reichen von Gut bis Mangelhaft.

Hintergrund und Tipps. Wir erklären, welchen Anforderungen Reis genügen muss, damit er als Basmati verlauft werden darf, und erklären die Unterschiede zwischen verschiedenen Reissorten. Wir sagen, welche Schad­stoffe wir im Test gefunden haben und wie sie zu bewerten sind. Und wir erklären verschiedene Methoden des Reiskochens.

Heft­artikel. Wenn Sie das Thema frei­schalten, erhalten Sie Zugriff auf die PDFs zum Testbe­richt aus test 9/2018 und zur Vorgänger­unter­suchung aus test 8/2010.

Der Preis sagt nichts über die Qualität

Viele Anbieter im Test loben ihren Basmati auf den Verpackungen etwa als „Spitzenreis“ aus, der eine „erlesene Qualität“ habe, „ausgesprochen aromatisch“ sei und „höchsten Reisgenuss“ biete. Spitzenqualität fanden wir aber nur selten. Dabei ist der Preis – die Produkte kosten zwischen 1,78 Euro und 8,45 Euro pro Kilogramm – kein Indiz für für Qualität. Das zeigt der Basmati-Test: Auf den ersten und letzten Plätzen finden sich sowohl preis­werte Discounter- als auch teure Marken- sowie Bio-Produkte.

Video: Basmatireis im Test

Spitzenqualität fanden die Tester nur selten, auch der Preis sagt nichts über die Qualität aus.

Von blumig bis pappig

Kulinarische Spitzenklasse bieten nur drei Produkte im Test. Ihre blumigen, mal röstig-nussigen, mal herb-fruchtigen Duftnoten beschreiben unsere Experten als aromatisch und komplex. Insgesamt gehen die Bewertungen weit auseinander: Ein Basmati erhält geschmack­lich sogar eine glatte Eins. Sensorisch mangelhaft ist dagegen der Kochbeutel-Reis von Edeka. Er hat nicht den Hauch einer Basmati-Note und schmeckt etwas pappig und leicht dumpf-modrig.

Jeder dritte Basmati fällt wegen Schad­stoffen auf

Insgesamt 11 Produkte erhalten im Prüf­punkt Schad­stoffe die Note Ausreichend oder Mangelhaft. Das liegt an Pestiziden, Begasungs­mitteln und einem Schimmelpilzgift. Ein aktuelles Thema bei Reis ist das Fungizid Tricyclazol, ein Pestizid gegen Pilzbefall. Seit dem 1. Januar 2018 gibt es einen neuen, deutlich nied­rigeren Grenz­wert für Basmati. Fünf Produkte im Test über­schreiten ihn. Alle wurden laut ihren jeweiligen Anbietern aber bereits 2017 importiert. Wir haben sie daher als noch ausreichend bewertet. Bei anderen Pestizidfunden ist die Sache klarer: Zwei Produkte – der weiße Reis von Fair East und der Mikrowellenreis von Netto Marken-Discount – enthalten mehr Rück­stände eines Pflanzen­schutz­mittels als erlaubt und hätten nicht verkauft werden dürfen. Die Gesamt­note lautet daher: Mangelhaft. Auch das Schimmelpilzgift Aflatoxin B 1 fanden wir in einigen Produkten – der Grenz­wert wird nie über­schritten, zwei sind aber hoch belastet.

Begasungs­mittel gegen Vorrats­schädlinge

Um Reis etwa während des Trans­ports von Asien nach Europa vor Vorrats­schädlingen zu schützen, können die Körner begast werden. Ein mögliches Mittel ist Phosphan. Es darf bei Bioware nicht verwendet werden. In zwei Reisen mit Biosiegel fanden wir aber Rück­stände von Phosphan. Ein weiteres Begasungs­mittel ist Methylbromid. In der EU darf das Mittel nicht angewendet werden, in den reis­produzierenden Ländern Indien und Pakistan ist es aber erlaubt. Bei zwei Produkten schließen wir aus unseren Analyse­ergeb­nissen, dass sie mit Methylbromid begast wurden. Für beide Begasungs­mittel gilt: Gefähr­lich ist nur der Direkt­kontakt mit dem Gas – der abge­packte Reis selbst ist unbe­denk­lich. Die Gase sind schlecht für die Umwelt.

Reis nicht immer sortenrein

Für Basmatireis gibt es so etwas wie ein Rein­heits­gebot, den „Code of Practice on Basmati Rice“ aus Groß­britannien. Er toleriert 7 Prozent Fremd­reis. Nur der Reis von Neuss & Wilke hat mit durch­schnitt­lich 9 Prozent zu viele Nicht-Basmati-Körner. Zum Vergleich: Im vorherigen Basmati-Test 2010 enthielten fünf Produkte zu viel Fremdreis und zwei davon nicht einmal ein einziges Korn Basmati.

Viel Bruch im Beutel

Eine weitere Vorgabe im Code: Basmati darf nur 10 Prozent Bruch enthalten. Das sind kleine gebrochene Reiskörner. Wir haben die ungekochten Körner in mühsamer Klein­arbeit sortiert (siehe So haben wir getestet) – insgesamt 5,8 Kilo Reis. Unsere Korn­lese offen­bart: In Kochbeuteln ist doppelt so viel Bruch wie in losem Reis.

Nutzer­kommentare, die vor dem 29. August 2018 gepostet wurden, beziehen sich auf die Vorgänger­unter­suchung aus test 8/2010.

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