Die European Computer Driving Licence

Informieren, kommunizieren, kalkulieren, präsentieren – Computer und Internet sind im Berufs­alltag vielfältig einsetz­bar. Viele Arbeitnehmer brauchen deshalb gewisse Kennt­nisse im Umgang mit ihnen. Die können sie unter anderem durch die European Computer Driving Licence, den ECDL, nach­weisen. Im vergangenen Herbst wurde der Computer­führer­schein aktualisiert und ergänzt. Abge­sehen davon ist er zurzeit das einzige Weiterbildungs­zertifikat, das barrierefrei erworben werden kann. Diesen Artikel können Sie auch in Leichter Sprache lesen.

Der Computer­führer­schein...

Der ECDL ist ein in 148 Ländern anerkanntes Zertifikat. Vor allem bei Jobsuche und Bewerbung ist der Schein von Nutzen: Der ECDL ist ein welt­weiter Stan­dard für den Nach­weis digi­taler Kompetenzen. Bisher haben ihn circa 15 Millionen Menschen gemacht. In Deutsch­land wurde das Zertifikat bis jetzt etwa 450 000 Mal ausgestellt. 1 500 Stellen nehmen hier­zulande die Prüfungen ab. Wer mag, kann das Computerwissen im Selbst­studium pauken, Materialien sind im Handel erhältlich. Kostenlos kann man über den ECDL Moodle, eine Platt­form mit verschiedenen Lehr­materialien, lernen. Es gibt aber auch Kurse zur Vorbereitung auf die Prüfung. Ein ECDL-Zertifikat kann in mehreren Abstufungen erworben werden:

  • Der ECDL Base umfasst vier Module: Computer-Grund­lagen, Online-Grund­lagen, Text­ver­arbeitung und ein Wahl­fach.
  • Für den ECDL Stan­dard kommen drei weitere Wahl­module hinzu: Tabellenkalkulation, Präsentationen, IT-Sicherheit oder Bild­bearbeitung zum Beispiel.
  • Der ECDL Advanced richtet sich an Fort­geschrittene, die in Text­ver­arbeitung, Tabellenkalkulation, Daten­banken und Präsentationen geprüft werden.

... und sein barrierefreier Bruder

Inhalt­lich müssen alle ECDL-Absolventen die gleichen Kennt­nisse und Fähig­keiten unter Beweis stellen, um das Zertifikat ausgehändigt zu bekommen. Die Prüfungen können allerdings barrierefrei abge­legt werden. Das Angebot richtet sich an:

  • Sehbehinderte und Blinde
  • Hörbehinderte und Gehörlose
  • Menschen, die in ihrer Mobilität und Bewegungs­freiheit einge­schränkt sind
  • Menschen mit Lern­schwierig­keiten

Diese Personen­gruppen dürfen Techniken und Technologien verwenden, die ihnen helfen, ihr Handicap zu kompensieren. Darunter fällt zum Beispiel der Einsatz von Screenreadern, Spezial­tastaturen oder Kopf­mäusen sowie die Begleitung eines Gehörlosen durch einen Gebärdendolmetscher. Außerdem bekommen ECDL-Prüf­linge mit Handicap mehr Zeit, um die Aufgaben zu lösen:

  • Alle Behin­derungen: zehn Minuten zusätzlich
  • Schwerbehinderte, die mit aufwendigen assistiven Technologien arbeiten müssen: 25 Minuten mehr Zeit
  • Gehörlose, die mit einem Gebärdendolmetscher arbeiten: 25 Minuten mehr Zeit
  • Blinde und Sehbehinderte: 35 Minuten mehr Zeit

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