Barrierefreie Wohnungen in Mietportalen “Barrierefrei“ stimmt oft gar nicht

Barrierefreie Wohnungen in Mietportalen - “Barrierefrei“ stimmt oft gar nicht
Nur teil­weise barrierefrei reicht nicht: Alle Zimmer müssen ohne Hinder­nisse zu benutzen sein. © iStockphoto

Nur jede achte Miet­wohnung, die in Immobilienportalen als „barrierefrei“ beworben wird, hat wirk­lich keine Hürden. Das zeigt eine Unter­suchung. Hier lesen Sie, worauf es ankommt und wie Sie bei der Wohnungs­suche vorgehen sollten.

Daas sind die entscheidenden Kriterien

Wohnungen, die auf Immobilienportalen als barrierefrei angepriesen werden, sind oft nicht für Menschen mit Rollator oder Roll­stuhl geeignet. Das hat die Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen bei der Über­prüfung von 191 Inseraten fest­gestellt. Für die Unter­suchung hat die Verbraucherzentrale Kriterien fest­gelegt, die eine barrierefreie Wohnung mindestens erfüllen muss:

  • der Haus­eingang ist eben­erdig oder hat eine Rampe
  • es gibt einen Aufzug;
  • die Türen sind breit genug;
  • es gibt keine Schwellen;
  • das Bad bietet ausreichend Bewegungs­freiheit;
  • es gibt eine bodengleiche Dusche;
  • das Wasch­becken ist unterfahr­bar.

Zu wenig Wohnungen erfüllen die Kriterien der Barrierefreiheit

Von insgesamt 191 inserierten Wohnungen erfüllten nur 25 sämtliche Kriterien. Schon an der Erreich­barkeit scheiterte knapp die Hälfte der untersuchten Wohnungen. Sie waren nicht ohne Außen­stufe oder per Rampe begehbar. Auch ein Aufzug fehlte bei jeder zweiten Wohnung. Und nur jede vierte Eingangs­tür erreichte die Mindest­breite von 0,90 Metern. Die Verbraucherzentrale stieß oft auch auf fragwürdige Konstellationen, beispiels­weise eine Maisonette-Wohnung mit Innentreppe und barrierefreiem Bad im Ober­geschoss.

So gehen Sie bei der Wohnungs­suche vor

Erstellen Sie für die Suche nach einer barrierefreien Wohnung eine Liste mit allen für Sie selbst wichtigen Kriterien. Über­legen Sie auch, ob Sie Ihre bisherige Wohnung an Ihre Bedürf­nisse anpassen können. Vermieter müssen Umbauten für eine alters- oder behindertengerechte Nutzung der Wohnung erlauben. Pflegebedürftige können dafür Unterstüt­zung bei der Pflege­versicherung beantragen, zudem fördert die staatliche KfW-Bank die Reduzierung von Barrieren mit Zuschüssen und güns­tigen Krediten (zum Vergleich von Immobilienkrediten und KfW-Förderungen). Rat geben Wohnberatungsstellen.

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arthur.t am 16.07.2019 um 08:50 Uhr
Liebe Inserierende...

Bitte inserieren Sie doch vollständig. Wenn eine Wohnung nicht völlig barrierefrei ist, so ist dies für manche Interessenten nicht von belang. Aber beschreiben Sie wo und inwiefern eine Wohnung Hindernisse bietet. Sie ersparen sich selbst damit erfolglose Besichtigungen und den Betroffenen Aufwand und Enttäuschungen. Bei meiner Mutter erlebt: Als "komplett barrierefrei" inseriert und dann mit drei Stufen zu Eingangstüre und Halbstockwerke ohne Lift... Zugegeben: Die Wohnung hatte eine eben zugängliche Dusche (hinter einer 60 cm breiten Türe).