Barmer-Hausarztprogramm Meldung

Julia Schäfer muss für den Rest des Jahres wieder Praxisgebühr zahlen.

Die rund 2,3 Millionen Versicherten, die am Hausarztmodell der Barmer Ersatzkasse teilnehmen, müssen ab 1. Juli wieder Praxisgebühr zahlen.

Die Barmer Ersatzkasse hat die Befreiung von der Gebühr fürs dritte und vierte Quartal 2008 gestrichen. Der Befreiungsaufkleber auf der Versichertenkarte verliert seine Gültigkeit. Von der Paxisgebühr bleiben ab 1. Juli nur noch diejenigen verschont, die ohnehin von Zuzahlungen befreit sind.

Beim Hausarztmodell verpflichten sich Versicherte, immer zuerst ihren Hausarzt aufzusuchen und nicht direkt zum Facharzt zu gehen. Finanziell bringt ihnen das nun keine Vorteile mehr. Der Barmer fehlt das Geld für die Belohnung ihrer Versicherten.

Um eine Anschubfinanzierung für ihr Hausarztmodell zu erhalten, hatte die Kasse es als „integrierte Versorgung“ deklariert. Doch das Bundessozialgericht erklärte dies für rechtswidrig (Az. B 6 KA 27/07 R). Nun muss die Barmer 40 bis 60 Millionen Euro Fördermittel an die Kassenärztlichen Vereinigungen zurückzahlen.

Die Barmer arbeitet daran, zum Jahr 2009 ein gesetzeskonformes Hausarztprogramm zu entwickeln. Bis dahin verweist sie auf andere Sparmöglichkeiten. Beispielsweise könnten Kunden aus dem Programm „aktiv pluspunkten“ 30 Euro bekommen. Für die 500 Punkte, die dafür nötig sind, müssen Versicherte beispielsweise eine Vorsorgeuntersuchung, einen Gesundheitskurs, eine Schutzimpfung und das Sportabzeichen machen. 70 Euro „Gesundheitsbonus“ zahlt die Barmer, wenn Werte wie Blutdruck und Körpergewicht in zwei aufeinander­folgenden Jahren im Normbereich liegen.

Für manche Versicherte ist das ein schwacher Trost. Barmer-Kundin Julia Schäfer meint: „Bonus-Angebote gibt es viele, aber ich habe keinen Vorteil davon. Die Teilnahme an Vorsorge­untersuchun­gen wird nur minimal mit Punkten belohnt. Für eine Prämie ist viel zusätzlicher Aufwand nötig, wozu vielen die Zeit und das Geld fehlt.“

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