Barclays Bank Meldung

Mit „Top-Zinsen von aktuell 2,75 Prozent“ versucht die Barclays Bank Kunden zum Konditions­wechsel bei ihrem Tages­geld­konto „Leitzinz­Plus“ zu bewegen. Anleger, die das Konto 2012 mit dreijäh­riger Zins­garantie abge­schlossen haben und aktuell einen Zins von 2,25 Prozent erhalten, sollten das Angebot ablehnen. test.de erklärt, warum es für Anleger ein Verlust­geschäft ist.

So funk­tioniert das Leitzins­Plus Konto

Im Februar 2012 machte die Barclays Bank Sparern ein attraktives Tages­geld-Angebot: Zusätzlich zum aktuellen Leitzins der Europäischen Zentral­bank garan­tierte sie Kunden einen Zins­aufschlag für die ungewöhnlich lange Lauf­zeit von drei Jahren. Der Tages­geld-Zins­satz der Barclays Bank setzt sich aus zwei Komponenten zusammen.

  • Leitzins. Aus dem Leitzins der Europäischen Zentral­bank, der damals bei einem Prozent lag.
  • Zuschlag. Dazu kommt ein „Zins­aufschlag“ der Bank. Der betrug bis Ende März 2012 garan­tierte 1,75 Prozent­punkte.

Zusammen machte das seiner­zeit 2,75 Prozent. Dafür lieferte die Barclays Bank ein dreijäh­riges Versprechen: „Der Zins­aufschlag gilt ab dem Zeit­punkt der Konto­eröff­nung für die kommenden drei Jahre“. Heute bekommen diese Sparer 2,25 Prozent Zinsen, weil der Leitzins inzwischen auf 0,5 Prozent gesunken ist. 2,25 Prozent sind aber angesichts der momentanen Nied­rigzins­phase immer noch unschlagbar gut – wie ein Blick in den Produktfinder Zinsen zeigt. Das gilt auch für erst im April 2012 abge­schlossene Verträge, für die nur noch ein Aufschlag auf den Leitzins von 1,5 Prozent galt.

Barclays Bank lockt mit vermeintlichen Top-Zinsen

Sparer, die das lukrative Angebot 2012 abge­schlossen haben, erhalten derzeit Post von der Barclays Bank. „Lassen Sie sich dieses Top-Angebot zum Konditions­wechsel nicht entgehen - ideal für alle, die sechs Monate lang Tages­geld zu Top-Konditionen anlegen wollen“, heißt es da. Bis zum 30. September 2013 sollen sich Kunden für das Angebot entscheiden. Doch die Entscheidung will gut über­legt sein. In einem test.de vorliegenden Fall werden einer Sparerin, die aktuell 2,25 Prozent Zinsen für ihr Tages­geld bekommt, Topzinsen von 2,75 Prozent angeboten (0,5 % Leitzins + 2,25 % Zins­aufschlag = 2,75%). Das klingt zunächst gut – ist es aber nicht, weil das Angebot nur für sechs Monate gilt. Anschließend wird das Geld nur noch mit den dann gültigen Konditionen für Tages­geld der Barclays Bank verzinst. Die betragen zurzeit gerade mal 0,75 Prozent. Der alte Leitzins­Plus-Vertrag erlischt nach Ablauf des „Top-Zinsen“-Angebotes.

Konditionen-Wechsel bringt Verluste

test. de hat den Fall der Sparerin nachgerechnet. Kündigt sie ihr noch bis Ende Februar 2015 laufendes Leitzins­Plus-Konto zugunsten des „Top-Zinsen“-Angebotes, dann bekäme sie in den nächsten sechs Monaten für eine Anlage in Höhe von 10 000 Euro zusätzlich rund 25 Euro Zinsen. Anschließend würde ihr Geld nur noch mit den dann gültigen Konditionen verzinst. Zurzeit wären das 0,75 Prozent. Bis zum Ende der Garantie würde sie Zinsen in Höhe von knapp 140 Euro verlieren. Zusammen würde sie einen Verlust von etwa 115 Euro erleiden.

Tipp: Nutzen Sie die Barclays-Garantie von 2012 für Ihr Leitzins­Plus Konto bis zum Ende der Lauf­zeit. Zinsen von 2,25 Prozent für Tages­geld sind zurzeit unschlagbar gut. Bei den aktuell besten Anbieter im Test bekommen Sie zurzeit gerade mal 1,5 Prozent. Es lohnt sich sogar, sein Konto aufzusto­cken, da es nirgendwo sonst derart attraktive Zinsen für Tages- und für einjährige Fest­gelder gibt.

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