Bank­voll­macht: Konto­voll­macht – gilt über den Tod hinaus

Die Bank sperrt das Konto nach dem Tod

Sind Konto­inhaber gestorben, erfährt die Bank in der Regel durch das Nach­lass­gericht oder Einwohnermeldeamt davon. Auch Angehörige, Bevoll­mächtigte oder Erben können den Tod melden. Die Bank sperrt das Konto inklusive Bank­karten, führt es als sogenanntes Nach­lass­konto und informiert das Finanz­amt über den Vermögens­stand am Todes­tag.

Eine Konto­voll­macht gilt über den Tod hinaus

Mit einer Bank­voll­macht oder Konto­voll­macht, die über den Tod hinaus gilt, dürfen Bevoll­mächtigte nach dem Tod über das Konto verfügen. Dies gilt bis zu einem eventuellen Widerruf durch einen Erben.

Mit Urkunde vom Notar über Konto verfügen

Bevoll­mächtigte, die eine notariell beur­kundete Vorsorgevoll­macht haben, können nach dem Tod Konto­geschäfte erledigen, wenn die Urkunde über den Tod hinaus gilt. Eine Extra-Bank­voll­macht ist dann nicht nötig. Banken erkennen die notarielle Vorsorgevoll­macht in der Regel an. Tun sie es nicht, machen sie sich schaden­ersatz­pflichtig.

Erbe kann mit Testament oder Erbschein handeln

Hat niemand eine Bank­voll­macht, bleibt das Nach­lass­konto inklusive Verbindlich­keiten bestehen, bis ein Erbe mit einem Testament oder Erbschein seine Konto­berechtigung nach­weist. Vom Antrag auf einen Erbschein bis zur Ausstellung kann es einige Zeit dauern.

Für Banken mit Sitz im Ausland eventuell andere Regeln

Für Konten bei Banken im Ausland können andere Regeln gelten. Konto­inhaber sollten mit der Bank früh­zeitig klären, ob ein Testament, ein Erbschein oder eine notariell beur­kundete Vorsorgevoll­macht als Nach­weis ausreicht, damit ein Berechtigter nach dem Tod auf das Konto zugreifen kann.

Wenn Angehörige nichts vom Konto wissen

Es kommt vor, dass Angehörige nach dem Tod des Konto­inhabers nichts von der Existenz eines Kontos oder Depots wissen. Laut Schät­zungen liegen zwei bis neun Milliarden Euro auf deutschen Bank­konten und -depots, bei denen Finanz­institute den Kontakt zum Kunden verloren haben. Die Konten werden als sogenannte nach­richtenlose Guthaben von Banken und Sparkassen weitergeführt. Es wird angenommen, dass die Zahl der nach­richtenlosen Konten zunehmen wird.

Der Grund dafür: Immer mehr Konto­inhaber haben Online-Konten und -Depots. Erben sind dann darauf angewiesen, dass der verstorbene Konto­inhaber sie über die Existenz der Online­konten informiert hat. Im Ideal­fall hat er alle Konten auf Papier dokumentiert und die Erben haben Zugriff auf das Dokument.

Kein zentrales Melde­system für nach­richtenlose Konten

Für Erben ist es schwierig und zeit­aufwendig, ein Konto aufzuspüren. Ein zentrales Melde­system für nach­richtenlose Vermögens­werte gibt es nicht. Ein Erbe, dem beispiels­weise die Existenz eines Kontos bekannt ist, jedoch nicht weiß, bei welcher Bank, muss sich unter Vorlage des Erbscheins oder Testaments an jede Bank einzeln wenden, um ein Konto aufzuspüren.

Jetzt freischalten

Special Bank­voll­macht 13.07.2021
1,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 6 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,90 € pro Monat oder 54,90 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 3 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 13 Nutzer finden das hilfreich.