Banksparpläne: Erfolgreich auf der Zinstreppe

Banksparpläne und Fondssparpläne Test

Renditeturbos sind sie keine, dafür aber sicher. Finanztest hat die wenigen guten Banksparverträge über 3 Prozent gefunden.

Schon 25 Euro im Monat genügen, um den Grundstein für ein kleines Vermögen zu legen. So hoch ist die Mindestrate bei den meisten Banksparplänen. Die Banken bieten sie mit Laufzeiten zwischen drei Jahren und unbegrenzter Dauer an.

Im Augenblick sind die Zinsen dafür nicht gerade berauschend. Der Spitzenreiter von der Mercedes-Benz Bank kommt nach sechs Jahren aber wenigstens auf eine Rendite von 3,5 Prozent und der Sparer kann zwischendurch auch aussteigen.

Es gibt Banksparpläne in drei Varianten. Die eine lässt die Zinsen auf einer fest vereinbarten Zinstreppe Jahr für Jahr etwas in die Höhe klettern. Die andere bietet variable Zinsen, die sich dem Auf und Ab der Geldmärkte anpassen. Bei der dritten vereinbart der Kunde eine feste Laufzeit und bekommt meist feste Zinsen.

Das klingt noch recht einfach und leicht durchschaubar. Doch die Banken wären nicht die Banken, wenn nicht viele das Ratensparen richtig kompliziert gestalten würden. Der Kunde hat oft große Mühe zu verstehen, welche Rendite er mit einer Sparleistung von 100 Euro im Monat erreichen kann.

Finanztest hat deshalb 33 Sparpläne durchgerechnet. Eine Drei sollte bei der Rendite auf jeden Fall vor dem Komma stehen. Sonst ist es zurzeit sinnvoller, regelmäßig auf ein ganz normales Tagesgeldkonto einzuzahlen, auch wenn die Zinsen sich dort jederzeit ändern können.

Die aktuellen Zinsen von Tagesgeldkonten veröffentlichen wir im Infodukument Tagesgeldkonten und Festgelder. Eine Alternative ist auch die Postbank Sparcard 3000 plus direkt. Das ist ein Sparkonto mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Es bietet ab 1. Juli 2009 2,85 Prozent Zinsen ab dem ersten Euro.

Ratensparen ist auch mit Bundesschatzbriefen und der Tagesanleihe des Bundes möglich. Damit allerdings sind im Augenblick keine nennenswerten Renditen zu erzielen. Für die Tagesanleihe gibt es weniger als ein halbes Prozent.

Sieger auf der Zinstreppe

Mit einer Rendite von 3,5 Prozent nach sechs Jahren verschafft sich der Sparplan der Mercedes-Benz Bank die Vorfahrt. Dieser Sparplan mit fester Zinstreppe und Kündigungsrecht beginnt bei einem Zins von 2,25 Prozent im ersten Jahr und steigert sich auf 3,75 Prozent im sechsten Jahr.

Benötigt der Kunde sein Geld schon früher, kann er aussteigen. Nach vier Jahren hat er zum Beispiel eine Rendite von 3,29 Prozent erreicht.

Die Sparpläne mit fester Zinstreppe und Kündigungsrecht lassen dem Kunden stets ein Hintertürchen offen. Das wird wichtig, wenn die allgemeinen Zinsen auf dem Kapitalmarkt nach dem Abschluss stark steigen. Der Kunde kann seinen Sparplan nach einer Wartefrist kündigen und einen neuen mit höherem Anfangszins abschließen. Der Wechsel ist meist bereits nach ein oder zwei Jahren möglich.

Die variable Variante

Wer sich diese Umstände sparen will, könnte sich für einen Sparplan mit variablen Zinsen entscheiden. Steigen die Marktzinsen über längere Zeit, wäre er automatisch dabei. Sinken sie stark, könnte er aussteigen – meist mit einer Frist von drei Monaten.

Die Anbindung an die Marktzinsen hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil im Jahr 2004 verlangt. Die Richter gaben den Banken damals auf, dass sich die Zinsen ihrer Sparpläne an Referenzzinsen orientieren müssen, die außerhalb der Bank aufgestellt werden. Das kann zum Beispiel der Leitzins der Europäischen Zentralbank sein oder der Euribor, ein Zins, zu dem sich die Banken gegenseitig Geld leihen.

Die meisten Banken halten sich an dieses Urteil. Doch verblüffenderweise verstoßen auch fünf Jahre nach dem höchstrichterlichen Spruch noch immer einzelne Institute dagegen. Nach Gutsherrenart legt die Dresdner Volksbank Raiffeisenbank ihre Zinsen fest. Gleichgültig, ob die Zinsen draußen in der Welt der Zentralbanken und Geldmärkte steigen oder fallen, der Vorstand der Bank entscheidet freihändig über die Verzinsung des Sparplans.

Noch schlimmer treibt es die Allgemeine Beamtenkasse bei der AKB-Rente: Sie kann den Zins willkürlich ändern und gewährt den Kunden nicht einmal ein Kündigungsrecht. Wer hier abschließt, ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden, selbst wenn die Bank den Zins später senkt.

Wir raten von den beiden Sparplänen ohne Referenzzins ab. Ihre Renditeerwartung auf Basis des heutigen Zinses sieht zwar gut aus, doch der Kunde hat keine Sicherheit, dass das Angebot gut bleibt.

Komplizierte Kontruktionen

Die anderen Sparpläne mit variablen Zinsen können wir zurzeit ebenfalls nicht empfehlen, weil die aktuelle Renditeerwartung für kürzere Laufzeiten unter 3 Prozent liegt. Wie viel die Sparpläne tatsächlich einmal bringen, ist außerdem völlig offen.

Erstens weiß niemand, wohin sich die allgemeinen Zinsen entwickeln. Zweitens sind die Referenzzinssätze der Sparpläne für Außenstehende kaum nachvollziehbar. Je nachdem, wie diese sich entwickeln, steigt oder fällt der Zins des Sparplans.

Und drittens knüpfen einige Banken die Zinsen an weitere Bedingungen, die das Angebot vollends undurchsichtig machen. Die Zinsen des Komfortsparens der Hypovereinsbank (HVB) etwa orientieren sich an der Zins-Zeitreihe der Deutschen Bundesbank „Geldmarktsätze/Euribor Sechsmonatsgeld/Monatsdurchschnitt“.

Zusätzlich bekommt der Kunde Zuschläge, wenn er bestimmte Guthabengrenzen mit seinem Sparplan überschreitet, wenn er per Dauerauftrag mindestens 10 Euro im Monat spart und wenn er ein Girokontopaket der Hypovereinsbank wählt.

Wir haben nachgerechnet: Bleibt der Basiszins unverändert, liegt die Rendite beim Komfortsparen der Hypovereinsbank nach vier Jahren gerade einmal bei 1,25 Prozent. Hätte der Sparer ein Girokonto der HVB, wären es auch nur 1,85 Prozent.

Andere Banken wie die Postbank verheißen Boni von bis zu 100 Prozent. Doch aufgepasst: Die Boni gibt es nur auf die Einzahlungen eines Jahres und 100 Prozent nur im 25. Sparjahr. Die Rendite erhöht sich dadurch nur sehr langsam.

Sparer sollten sich nicht von den Bonusversprechen blenden lassen: Die Höhe der Grundverzinsung ist für die Rendite von Banksparplänen meist wesentlich wichtiger als die Bonusbonbons, die dem Anleger das Produkt schmackhaft machen sollen.

Alles fix und fest – und unflexibel

Die dritte Variante der Sparpläne, die Angebote mit festem Zins und fester Laufzeit, schneidet zurzeit größtenteils ebenfalls schlecht ab. Die Banken müssten dafür vor allem bei langen Laufzeiten eigentlich deutlich mehr Zins bieten als für die anderen Sparplanvarianten. Schließlich bindet sich der Kunde jahrelang an sie. Doch das belohnen sie derzeit nicht.

Der Sparer geht meist ein Risiko ein: Er muss durchhalten oder er verliert den größten Teil der Zinsen. Selbst wenn er jahrelang eingezahlt hat, kann bei Kündigung die Rendite unter 1 Prozent sinken.

Hält er durch, sind die Renditen trotzdem nicht berühmt. Selbst nach zehn Jahren erreicht nur die Deutsche Bank die Rendite, mit der die Mercedes-Benz Bank in ihrem flexiblen Sparplan schon nach sechs Jahren aufwartet. Empfehlenswerte Ausnahme ist der Festzins-Sparplan der Volkswagen Bank direct. Er läuft vier Jahre und schafft dabei eine Rendite von 3,25 Prozent.

Etappen von vier bis fünf Jahren halten wir beim Sparen ohnehin für sinnvoll. Der Sparer bindet sich nicht lang und kann flexibel auf Veränderungen der Märkte oder seiner Lebenssituation reagieren. Er hat sein Geld immer wieder verfügbar, um es ertragreicher zu investieren, sei es in ein Festgeld oder in einen Fonds.

Steuern prüfen

Die Zinsen für die Sparpläne unterliegen seit Anfang 2009 der Abgeltungsteuer. Vor dem Abschluss sollten Sparer prüfen, ob sie noch Luft in ihrem Sparerfreibetrag von 801 Euro haben. Kinder, die aus eigenem Vermögen sparen, können mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt auch für höhere Beträge die Steuer vermeiden (siehe Vermögen übertragen).

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