Banksparpläne Test

Kein Sparplan gleicht dem anderen. Hohe ­Zinsen allein sind noch nicht das Gelbe vom Ei. Auch die Vertragsbedingungen sind wichtig.

Monatlich Geld zur Seite legen und die Börsennachrichten einfach ignorieren – das geht mit den Ratensparplänen der Banken. Finanztest nennt die besten.

Das Ratensparen ist der Klassiker unter den sicheren Geldanlagen. Selbst Kleinsparer sind mit von der Partie. Einige Banken bieten ihnen Sparpläne schon ab 5 oder 10 Euro im Monat.

Wer für sein Patenkind etwa bis zur Konfirmation sparen will, hat mit einem Ratensparvertrag also eine geeignete Geldanlage. Er überweist Monat für Monat Geld auf ein Konto und erhält am Ende das Eingezahlte plus Zinsen.

Die Banken haben ihren Sparplänen so unterschiedliche Namen wie „Vermögensplan“, „Ansparplan“ oder „Prämiensparen“ gegeben. Aber die Grundstruktur der Sparpläne ist bei fast allen Angeboten gleich.

Der Sparer entscheidet sich, welchen Betrag er monatlich einzahlen will. Für das Eingezahlte bekommt er dann einen festen oder veränderbaren Grundzins. Dazu kommt in zeitlichen Abständen ein Bonus oder eine Prämie. Das sind die Zuckerstückchen fürs Dabeibleiben.

32 Sparpläne unter der Lupe

Finanztest hat 32 Sparpläne von 27 Kreditinstituten genauer untersucht. Die höchste Rendite stellt die Von Essen Bankgesellschaft ihren Kunden in Aussicht: 4,42 Prozent pro Jahr für einen Sparplan über 15 Jahre.

Es gab schon bessere Zinsphasen, aber mehr ist momentan eben nicht drin.

Entscheidend für die Güte eines Sparplans ist aber nicht nur die Höhe der Erträge, auch die Vertragsbedingungen sind wichtig. Sind die Zinsen fest versprochen oder variabel? Können Kunden verlustfrei kündigen? Können sie ihre Raten während der Einzahlungsphase senken oder erhöhen?

Berücksichtigt man diese Konditionen, dann hat der Bonussparplan der Von Essen Bankgesellschaft gegenüber anderen Angeboten einige Schwächen: Der Sparer kann frühestens nach acht (!) Jahren an sein Geld. Ferner kann er die Höhe der Raten nicht verändern.

Zudem ist der Basiszins in der ganzen Einzahlungsphase variabel. Im Klartext: Der Sparer ist geknebelt, die Bank nicht. Schon in den ersten acht Jahren kann die Bank die Zinsen senken, der Sparer kann aber nicht aussteigen.

Wichtig ist also eine Kombination aus guten Zinsen und guten Konditionen. Beides bieten der „Direkt-Sparplan“ der Volkswagen Bank direct und das „Extra 5“-Sparen der Frankfurter Volksbank.

Diese Banken garantieren einen für derzeitige Marktverhältnisse überdurchschnittlich hohen, festen Zins. Für eine fünfjährige Laufzeit bietet die Frankfurter Volksbank eine Rendite von 3,25 Prozent. Für länger laufende Sparpläne ist die Volkswagen Bank direct interessant. Nach zehn Jahren Einzahlung schafft der „Direkt-Sparplan“ eine Rendite in Höhe von 3,83 Prozent.

Außerdem können Anleger bei der Frankfurter Volksbank jederzeit und bei der Volkswagen Bank direct nach neun Monaten den Vertrag vorzeitig kündigen. So kommt der Sparer kurzfristig wieder an sein Geld, wenn er es brauchen sollte oder wenn er in eine andere Geldanlage investieren möchte.

In der Tabelle „Banksparpläne“ stehen nicht alle in der Republik angebotenen Sparpläne. Aber sie gibt einen Überblick über die gängigsten Sparplanvarianten. Wer die Tipps dieses Artikels berücksichtigt, kann auch andere Sparpläne auf ihre Attraktivität hin überprüfen.

Sparplan mit festen Zinsen ratsam

Banksparpläne sind etwas für Anleger, die Geld sehr sicher anlegen wollen. Anders als etwa bei einem Investment-sparplan, mit dem der Kunde Anteile an einem Fonds kauft, steht beim Banksparplan von vornherein fest, dass der Sparer am Ende der Sparphase das eingezahlte Geld plus Zinsen wieder ausgezahlt bekommt.

Garantiert der Sparplan einen festen Zinssatz für die gesamte Sparphase, kann der Sparer genau ausrechnen, was er am Ende erhält.

Die Frankfurter Volksbank bietet 3,25 Prozent pro Jahr über fünf Jahre. Wer zu diesen Bedingungen über fünf Jahre lang monatlich 100 Euro zurücklegt, bekommt danach rund 6 516 Euro ausgezahlt. Will ein Sparer damit eine Weltreise machen, kann er schon anfangen zu planen.

Variabler Zins ist unberechenbar

Sehr häufig bieten Banken aber Sparpläne mit veränderlichem Zins an. Dann können sie nach Vertragsschluss den Zinssatz auch zuungunsten des Sparers verändern.

Das ist zum Beispiel Kunden der BBBank passiert. Die BBBank war schon in unserem Banksparplan-Test im Dezember 2002 dabei. Damals hat sie das Geld des Anlegers mit einem Basiszins von 3 Prozent verzinst. Nun bekommt er nur noch 1 Prozentchen.

Sparer, denen das passiert ist, können wenigstens kündigen und nach einer Frist von drei Monaten mit ihrem Geld zu einer anderen Bank gehen.

Von Sparplänen mit veränderlichem Basiszins rät Finanztest derzeit ab. Noch sind diese Verträge nämlich unberechenbar, weil die Banken nach ihren aktuellen Vertragsbedingungen – wie bei der BBBank geschehen – frei entscheiden können, wann und wie oft sie den Zins in Zukunft senken.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) könnte der Unberechenbarkeit von Sparplänen mit variablem Zinssatz allerdings bald ein Ende bereiten.

Nach dem BGH-Urteil müssen Banken nun bei langfristigen Sparplänen mit veränderlichem Basiszins und Bonus- oder Prämienvereinbarung in den allgemeinen Vertragsbedingungen eine Bezugsgröße nennen. Dieser Größe muss der Basiszins folgen. Dadurch soll der Sparer vor einer Zinsänderung nach Gutsherrenart geschützt werden.

Bezugsgrößen des Finanzmarkts wie etwa die Umlaufrendite oder der ­Frankfurter Dreimonats-Geldmarktsatz könnten in Zukunft Referenzgrößen für die Sparzinsen werden. Beide spiegeln die allgemeine Zinsentwicklung wider – die Umlaufrendite die Zinssituation für Wertpapiere mit langen Laufzeiten, der Geldmarktsatz die für kurzfristige Anlagen.

Die Bank dürfte dann die Zinsen nur in dem Maße senken, wie der Referenzzinssatz sinkt. Steigt er, müsste sie die Zinsen erhöhen.

Das Urteil liegt jetzt ein halbes Jahr zurück. Finanztest kennt aber noch kein Kreditinstitut, das in den Vertragsbedingungen bereits Bezugsgrößen für die Zinsen nennt.

Solange die Banken noch nicht reagiert haben, sollten die Kunden bei vergleichbaren Renditen einen Sparplan mit garantierter Verzinsung wählen.

Bonus belohnt Ausdauersparer

Neben den Zinsen zahlen Banken Ratensparern oft einen Bonus, wenn diese über mehrere Jahre einzahlen. Doch wann und wie viel Bonus sie zahlen, ist völlig unterschiedlich. Wir haben zehn verschiedene, zum Teil schwer durchschaubare Bonussysteme ausgemacht.

Besonders verbreitet ist diese Variante: Der Sparer bekommt jährlich einen Bonus auf die im zurückliegenden Jahr eingezahlte Sparsumme. Je länger er einzahlt, desto größer wird der Bonus.

Ein Beispiel: Der Kunde zahlt 100 Euro monatlich in den Ansparplan der Sparda-Bank Südwest. Das Angesparte wird mit einem veränderlichen Grundzins von zurzeit 2,25 Prozent verzinst. Ab dem zweiten Jahr zahlt die Bank zudem auf die Einzahlungen des zurückliegenden Jahres einen Bonus.

Am Ende des zweiten Jahres zahlt die Sparda-Bank Südwest 1 Prozent auf die 1 200 Euro des zweiten Jahres, im dritten Sparjahr schon 4 Prozent auf die 1 200 Euro aus dem dritten Jahr. Im 15. Jahr sind es 50 Prozent.

Vom Bonus nicht blenden lassen

50 Prozent Bonus, das klingt super. Werben Banken für ihren Sparplan, stehen solche Prozentzahlen deswegen auch immer besonders fett im Prospekt.

Verbraucher sollten sich davon aber nicht beeindrucken lassen und nicht danach ihren Sparplan auswählen.

Der 50-Prozent-Bonus, wie ihn die Sparda-Bank Südwest nach 15 Jahren bietet, gilt eben nur für die Jahressparsumme von 1 200 Euro und nicht etwa für die bis dahin eingezahlte Summe (nach 15 Jahren 18 000 Euro).

Das ergibt einen Jahresbonus in Höhe von 600 Euro und nicht etwa von 9 000 Euro. Unterm Strich wirft auch die Sparda-Bank Südwest trotz imponierendem 50-Prozent-Bonus „nur“ eine Rendite von 4,34 Prozent ab.

Andere Banken wie etwa die PSD Bank Nürnberg gewähren den Bonus nicht auf die Jahressparsumme, sondern auf den Zinssatz. Bei 50 Prozent Bonus auf einen Zins von 2 Prozent bekommt der Sparer neben dem Basiszins von 2 Prozent einen Zinszuschlag in Höhe von 1 Prozent.

Zins und Boni der PSD Bank Nürnberg ergeben nach 15 Jahren Sparphase eine magere Rendite von 3,19 Prozent.

Modellrechnungen misstrauen

Ein hoher Bonus sagt also nichts über die Rendite eines Sparplans aus. Doch genau diese Zahl ist wichtig, um verschiedene Angebote zu vergleichen.

In unserer Tabelle „Banksparpläne“ führen wir die Renditen für mehrere Laufzeiten auf. Für Sparpläne mit variablen Zinsen sind es allerdings nur Renditeerwartungen, keine garantierten Erträge.

Wer einen Sparplan, dessen Rendite er kennt, mit anderen Sparplänen vergleichen will, hat ein Problem: Viele Kreditinstitute geben die Rendite ihres Sparplans nicht an.

Da hilft ein kleiner Trick: Der Kunde lässt sich von der Bank, die die Rendite hinterm Berg hält, sagen, wie viel Geld er mit Zins und Bonus am Ende der Sparphase bekommen würde. Mit diesem Euro-Betrag kann er über die Tabelle „Monatsraten von 100 Euro“ grob die Rendite berechnen. Oder er nutzt den kostenlosen ­Finanztest-Renditerechner für Sparpläne (siehe „Unser Rat“). Die so ermittelten Renditen lassen sich bequem miteinander vergleichen.

Etwas aufwendiger: Verbraucher lassen sich beim Einholen von Angeboten von jeder Bank ausrechnen, wie viel sie am Ende ausgezahlt bekommen und vergleichen diese Euro-Beträge.

Bonus am Laufzeitende schlecht

Die meisten Sparpläne mit Bonussystem zahlen in der Regel einmal pro Jahr einen Bonus und nicht etwa erst nach 15 Jahren Einzahlung.

Das hat vor allem steuerliche Gründe, denn bei einer Einmalauszahlung am Ende der Laufzeit wäre schnell der jährliche Sparerfreibetrag von 1 370 Euro erreicht. Der Sparer müsste darüber liegende Erträge versteuern.

Von den getesteten Sparplänen bieten nur die Von Essen Bankgesellschaft und die Ethik Bank einen solchen steuerlich unvorteilhaften Banksparplan.

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