Banksparpläne Test

Banksparpläne sind für sicherheitsbedürftige Sparer eigentlich ideal. Doch es gibt nur wenige gute Angebote. Viele Sparverträge machen Kunden mit komplizierten Klauseln das Leben schwer und speisen sie mit Minizinsen ab.

Finanzmenschen sind knochentrocken und bar jeder Fantasie. Stimmt nicht! Was sich in den Vertragsklauseln von Banksparplänen verbirgt, zeugt jedenfalls von beachtlichem Einfallsreichtum. Da gibt es kunstvoll gewundene Zinstreppen und so ausgeklügelte Bonusregelungen, dass der Anleger beim Lesen gar nicht mehr aus dem Staunen herauskommt. Willkommener Nebeneffekt für die Anbieter: Die Rendite dieser Sparpläne bleibt nebulös, und der Kunde kann verschiedene Angebote kaum vergleichen.

Wir aber haben verglichen und 36 Banksparpläne getestet. Einige wenige bieten klare Regeln und gute Zinsen. Die Verzinsung steht hier von Anfang an fest, sodass sich die Rendite einfach berechnen lässt. Vor allem die Sparpläne der Volkswagen Bank direct sind attraktiv.

Volkswagen Bank setzt Maßstäbe

Sparer können sich beim Direkt-Sparplan der Volkswagen Bank direct für Laufzeiten bis zu zehn Jahren eine Rendite von über 4 Prozent sichern. Der Sparplan hat eine feste Zinstreppe, mit der der Zins von 3,8 Prozent im ersten Jahr auf 4,25 Prozent im zehnten Jahr ansteigt. Sollte das allgemeine Zinsniveau in den nächsten Jahren kräftig steigen, ist nach zwei Jahren der Wechsel in einen besser verzinsten Sparplan möglich.

Noch früher, nämlich nach 12 oder 15 Monaten könnten Sparer bei CosmosDirekt, der DaimlerChrysler Bank und der National Bank aussteigen, falls die Zinsentwicklung dies nahelegen sollte.

Allerdings haben diese Angebote deutlich niedrigere Renditen als der Sparplan der Volkswagen Bank direct. Nur bei sieben Jahren Laufzeit werden die Wolfsburger knapp überholt: von der PSD Bank Berlin-Brandenburg, die eine Rendite von 4,2 Prozent schafft, aber den Sparplan nur in der Region anbietet.

Auch bei Sparplänen mit festem Zins und ohne Kündigungsoption ist die Volkswagen Bank direct erste Wahl: Mit 4,4 Prozent Rendite bei vier Jahren Laufzeit lässt sie alle konkurrierenden Banken und Sparkassen hinter sich. Am nächsten kommen noch die Deutsche Bank und die Kreissparkasse Ludwigsburg heran.

Lange Bindung lohnt sich nicht

Sparer können sich mit Sparplänen auch sehr langfristig festlegen, aber sinnvoll ist das selten. So bietet die Deutsche Bank für 10 oder gar 15 Jahre Laufzeit auch nicht mehr als 4,4 Prozent pro Jahr.

Dennoch kann ihr „TopZinsSparen“ interessant sein, zum Beispiel als Alternative zur Ausbildungsversicherung, wie sie gern Eltern für ihre Kinder oder Großeltern für ihre Enkel abschließen. Wer den Kleinen zur Finanzierung eines Studiums oder einer Ausbildung schon heute eine genau kalkulierbare Summe sichern möchte, findet zurzeit nichts Ertragreicheres für die lange Laufzeit.

Allerdings sollte der Vertragsabschluss wohlüberlegt sein. Aus dem Sparplan der Deutschen Bank gibt es keinen geordneten Rückzug. Wer sich entgegen seiner Planung zum vorzeitigen Abbruch entschließt, wird mit einem herben Renditeabschlag bestraft. Er erhält auf den bis dahin angesparten Betrag nur eine Miniverzinsung von 1 Prozent pro Jahr.

Kein Plus für die Variablen

Dieses Risiko gehen Sparer mit variabel verzinsten Sparplänen nicht ein. Aus den meisten Verträgen kommen sie mit dreimonatiger Kündigungsfrist ohne schmerzliche Zinseinbußen heraus. Aber mehr Gutes lässt sich über diesen weitverbreiteten Sparplantyp nicht sagen.

Variable Verzinsung bedeutet, dass die Banken den Basiszins je nach Marktlage erhöhen oder senken können. Die Sparpläne haben vertraglich vereinbarte Bonustreppen oder laufzeitabhängige Zinszuschläge. Getreu dem Motto: Treue soll sich lohnen.

Doch zurzeit empfehlen wir diese Angebote nicht. Sparer können nach vier Jahren höchstens mit Renditen von knapp über 3,4 Prozent rechnen. Auch nach 10 oder 15 Jahren sind es, von wenigen Ausnahmen abgesehen, unter 4 Prozent.

Allein der Postbank-Sparplan hebt sich deutlich ab. Die Renditeerwartung für 10 Jahre liegt bei fast 4,6 Prozent, für 15 Jahre sogar bei knapp 4,9 Prozent. Was allerdings letztlich konkret für den Sparer herausspringt, hängt gerade bei diesem Sparplan sehr stark von der weiteren Zinsentwicklung ab.

Er orientiert sich am Zwölf-Monats-Euribor, dem Zinssatz für einjähriges Termingeld. Dieser ist relativ starken Schwankungen ausgesetzt und langfristig kaum kalkulierbar (siehe „Zinsbarometer im Vergleich“).

BGH-Urteil unterlaufen

Immerhin wissen Postbank-Sparer, auf was sie sich einlassen. Die Verzinsung ihres Sparplans orientiert sich an einem nachvollziehbaren Zinsbarometer, wie es ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2004 für Sparpläne dieser Art gefordert hat. Demnach dürfen Banken den Basiszins nicht nach Gutdünken festlegen, sondern müssen ihn nach klar definierten Regeln der jeweiligen Zinslandschaft anpassen.

Damit wollten die Richter verhindern, dass die Banken Sparer zunächst mit hohen Zinsen anlocken und diesen Vorteil im Laufe der Jahre immer weiter abschmelzen. Zwar tun die meisten Banken den BGH-Anforderungen formal Genüge, doch sie lassen das Anliegen der Richter durch Vertragstricks ins Leere laufen.

So binden fast alle Banken ihre Sparpläne, wie gefordert, an eine Richtschnur aus einem oder mehreren Marktzinsen. Dennoch blieb bei etwa der Hälfte von ihnen der Basiszins seit ein oder gar zwei Jahren unverändert. Bei dem rasanten Zinsanstieg im vergangenen Jahr ist das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Kniff: Viele Banken haben in ihren Verträgen einen maximalen Zinsabstand zur Richtschnur sehr großzügig festgelegt. Wenn sie mit einem geringeren Abstand starten, haben sie bei einem Anstieg des Richtzinses noch Spielraum und der Kunde geht leer aus.

Der Kunde kann nicht kontrollieren

Bei den meisten variablen Sparplänen können Kunden ohnehin kaum ermitteln, wann eine Zinsanpassung fällig wäre. Denn was sich viele Banken als Richtschnur ausgedacht haben, bringt selbst Finanzmathematiker ins Grübeln. Nur die Postbank, die Sparda-Bank Südwest und die Stadtsparkasse Düsseldorf belassen es bei einem einzigen Marktzins als Referenz. Alle anderen orientieren sich an meist gleitenden Zinsmischungen. Die sind kompliziert, schwer zu berechnen und entziehen sich deshalb der Kontrolle des Sparers.

Dabei zeigt das Beispiel von Riester-Banksparplänen (Finanztest 10/07), dass es besser geht. Zumindest einige orientieren sich an der Umlaufrendite. Dieser Satz gibt die durchschnittliche Rendite von Bundeswertpapieren verschiedener Laufzeiten wieder. Er wird börsentäglich berechnet und veröffentlicht. Sparer können die Zinsanpassung mühelos verfolgen.

Aber nicht einmal die Mainzer Volksbank, die seit Jahren mit Erfolg einen entsprechenden Riester-Banksparplan anbietet, konnte sich dazu durchringen, das Konzept auf ihren herkömmlichen Banksparplan zu übertragen.

Statt der Umlaufrendite hat der Sparplan flex eine Gleitzinsmischung als Richtschnur, und für die Berechnung seiner derzeit mageren Rendite müssen sich Sparer mit laufzeit- und betragsabhängigen Zinszuschlägen herumplagen.

Über weniger Fantasie der Banken würden sich Kunden bestimmt freuen.

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