Anleger, die vor Jahren einen Banksparplan abgeschlossen haben, sollten prüfen, ob sie Anspruch auf eine Nachzahlung haben. Das rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW), die im vergangenen Jahr vor dem Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil zu der Zinsanpassung von Banksparplänen erstritten hat (Az. XI ZR 140/03). Darin wurde die Zinsklausel einer Sparkasse beanstandet, wonach der variable Zins in laufenden Verträgen nach Belieben geändert werden darf.

Chancen auf eine Nachzahlung haben Anleger mit Sparverträgen, die eine variable Grundverzinsung mit Bonuszahlungen kombinieren und deren Verzinsung sich nicht nach einem Kapitalmarktzins richtet. Je länger die Laufzeit des Vertrags und je höher die Einzahlungen, desto höher kann die Nachforderung ausfallen.

Die VZ NRW hat rund 1 000 Sparpläne überprüft. Wie Verbraucherjuristin Kirsten Liske erklärt, „können drei von vier Sparern eine nachträgliche Zinsgutschrift fordern – von knapp 100 bis zu über 13 000 Euro”. Allerdings sollten sich Sparer, deren Verträge schon 2002 ausgezahlt wurden, umgehend an ihre Bank wenden. Ihre Ansprüche könnten schlimmstenfalls der dreijährigen Verjährungsfrist zum Opfer fallen. Ohnehin gibt es Nachzahlungen nicht automatisch, sondern nur auf Aufforderung des Kunden.

Tipp:Wer genau wissen möchte, ob er Anspruch auf eine Zinsnachzahlung hat, kann seinen Vertrag von der VZ NRW zum Preis von 50 Euro durchrechnen lassen (www.verbraucherzentrale-nrw.de/bonussparen). Wie die Verbraucherzentrale erklärt, hat sich die Überprüfung bereits für viele Verbraucher bezahlt gemacht. In einem Fall erhielt ein Kunde von seiner Bank 6 400 Euro erstattet.

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