Bankkarten Meldung

Kartenzahlungen in Europa sollen vereinheitlicht werden. Doch auf den Plastikkarten tauchen immer neue Zeichen auf.

Die Volksbank Südheide schrieb ihrer Kundin einen Brief: „Ihre neue VR-Bankcard ist da!“ Die Bank habe nun einen neuen Partner – nämlich „V Pay“ – und die Bankcard könne damit in der Europäischen Union und vielen weiteren Ländern Europas am Geldautomaten und im Handel eingesetzt werden.

Die Bankkundin war verwirrt. Was war jetzt anders? Europaweit bezahlen und Geld abheben konnte sie mit der Bankkarte doch auch bisher. Nach genauerem Betrachten entdeckte sie auf der neuen Karte verschiedene Symbole, die ihr völlig neu waren. Nur das Zeichen Geldkarte war von der alten Karte übrig geblieben.

Das Girocard-Symbol hatte das vertraute ec-Zeichen abgelöst, V Pay das seit langem bekannte Maestro-Symbol. Zusätzlich trug die neue Karte auch noch Logos mit den Kürzeln FinTS und EAPS.

FinTS erklärte die Bank in ihrem Anschreiben mit einer sicheren Variante des Onlinebankings, EAPS erwähnte sie nicht.

Einheitlicher Zahlungsverkehr

Die europäische Kreditwirtschaft arbeitet am einheitlichen Zahlungsverkehr (Sepa). Kunden sollen Zahlungen im Euro-Raum zu gleichen Bedingungen wie in ihrem Heimatland ausführen können. Das betrifft Überweisungen, Lastschriften und auch die Kartenzahlungen. In Deutschland trifft die Veränderung zuerst die Bankkundenkarten und führt zu ein paar neuen Zeichen.

Die meisten Kunden sagen zur Bankkarte ec-Karte, nur Fachleute nennen sie Debitkarte. Das englische „debit“ heißt Belastung. Denn nach jedem Einsatz der Karte wird das Girokonto taggenau belastet.

Das Kürzel „ec“ auf der Plastikkarte, die jeder Bankkunde zu seinem Girokonto bekommt, stand ursprünglich für Eurocheque. Es war Ende der 60er Jahre das erste bank- und länderübergreifende einheitliche Scheckzahlungssystem in Europa. Die Plastikkarte mit dem ec-Zeichen war die Garantiekarte zur Absicherung des Eurocheque oder ec-Schecks.

Mitte der 70er Jahre konnte mit ec-Schecks auch im Handel bezahlt werden. Ab Anfang der 80er Jahre konnten Bankkunden mit der Garantiekarte Bargeld am Automaten ziehen. Inzwischen ist die Karte allein schon lange ein eigenständiges Zahlungsmittel.

Die Zeichen weisen den Weg

Seit 2002 geben die Kreditinstitute zu ihren Girokonten Kundenkarten heraus, die sie selbst gestalten. Sie tragen meist das Logo der Bank, bei der Volksbank Südheide ist das ein stilisiertes „V“ mit dem Pferdekopf vor einem blau-orangenen Hintergrund.

Damit die Kunden wissen, wie und wo sie die Karte verwenden können, drucken die Banken Symbole darauf. Diese Symbole tauchen überall dort wieder auf, wo die Bankkarte eingesetzt werden kann: an den Kassen im Handel, an Geldautomaten und auf Internetseiten von Onlinehändlern.

Alte und neue Symbole werden in den nächsten Jahren noch nebeneinander bestehen. Finanztest erklärt die wichtigsten Zeichen auf den Bankkarten:

Girocard

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Mit Blick auf den europäischen Zahlungsraum haben die deutschen Banken zunächst ihrem nationalen Debitkartensystem einen neuen Namen gegeben, das es klarer gegen andere abgrenzen soll: Girocard wurde 2008 eingeführt. Deshalb ist dieses Zeichen noch selten auf den Bankkundenkarten zu sehen.

Girocard steht für zwei Möglichkeiten, die Karte einzusetzen: bezahlen und Geld am Automaten abheben. Das Zeichen soll bis 2011 zwei andere ersetzen: „ec“ mit dem Schriftzug „electronic cash“ und die Tastatur mit dem electronic-cash-Schriftzug (siehe unten).

Die Girocard ist in Deutschland im Handel an 600 000 Kassen und an rund 55 000 Geldautomaten einsetzbar.

Electronic Cash

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Seit 1991 steht „ec“ für Elec-tronic Cash, zu deutsch „elektronisches Bargeld“. Das Zeichen prangt immer noch auf der Vorderseite fast aller rund 90 Millionen Bankkundenkarten in Deutschland.

Die deutsche Kreditwirtschaft bezeichnete damit bisher ihr System, in dem Bankkunden mit Karte und persönlicher Geheimzahl (Pin) Waren und Dienstleistungen bezahlen und am Automaten Geld abheben können. In Deutschland können Kunden an Ladenkassen häufig auch ohne Pin, nur mit Karte und Unterschrift bezahlen. Das ist für die Händler billiger, für den Kunden ist es wie eine Lastschrift.

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Das Zeichen, das die Tastatur eines Lesegeräts zeigt, weist auf eine der Funktionen von Electronic Cash hin: Die Karte kann im Handel zum bargeldlosen Bezahlen eingesetzt werden, der Kunde benötigt dazu seine persönliche Geheimnummer (Pin).

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Für die zweite Funktion gibt es ebenfalls ein eigenes Zeichen. Es prangt noch auf einigen Bankkundenkarten und an vielen deutschen und europäischen Geldautomaten. Es zeigt, dass Bankkunden dort mit ihrer Bankkundenkarte und der Pin Geld abheben können.

Maestro

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Auch das Maestro-Zeichen ziert noch fast jede in Deutschland ausgegebene Bankkundenkarte. Maestro steht seit 1992 für die Möglichkeit, die Karte auch außerhalb Deutschlands am Geldautomaten und an elektronischen Kassen einzusetzen – weltweit an über elf Millionen Stellen.

Maestro gehört als Marke zum Unternehmen Mastercard, dessen bekanntestes Produkt die Kreditkarte Mastercard ist. Beide Namen werden oft verwechselt, stehen aber für unterschiedliche Kartenarten (siehe „Kreditkarten“). Jeder Umsatz mit der Maestro-Karte wird sofort vom Konto gebucht, bei der Kreditkarte Mastercard wird meist erst am Ende des Monats abgerechnet.

Cirrus

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Das Cirrus-Zeichen auf Bankkundenkarten und Geldautomaten gehört genau wie Maestro zur Markenfamilie von Mastercard. Es ist der Markenname für einen Verbund von Geldautomaten, der von einer Tochtergesellschaft von Mastercard International betrieben wird. Es besagt, dass ausländische Bankkundenkarten mit diesem Zeichen akzeptiert werden.

V Pay

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Noch selten auf den deutschen Bankkundenkarten ist das V-Pay-Zeichen abgebildet. V Pay gehört zur Kreditkartenorganisation Visa Europe, es ist das Gegenstück zu Maestro von Mastercard.

Im April 2009 haben die Postbank, die BW Bank, die Genossenschaftsbank und die Landesbank Berlin begonnen, zehn  Millionen V-Pay-Karten auszugeben.

Karten, die das V-Pay-Zeichen tragen, können an 7,3 Millionen Stellen eingesetzt werden: zum Bezahlen und Geldabheben.

Visa Electron

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Die Visa-Electron-Karte wurde in den 80er Jahren entwickelt, um das bargeldlose Bezahlen über ein Terminal zu fördern. Inzwischen können Besitzer der Karte damit auch an 1 Million Automaten Bargeld ziehen.

Europaweit sind 58 Millionen Visa-Electron-Karten im Umlauf, weltweit 260 Millionen, seit 2001 werden sie auch von den deutschen Kreditinstituten herausgegeben. Die Karte ist bei über 5,2 Millionen Händlern weltweit einsetzbar.

Die Visa Electron Karte kann nur für elektronische Transaktionen verwendet werden. Die Autorisierung erfolgt mit Geheimzahl oder Unterschrift.

Plus

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Plus ist ein Markenzeichen von Visa. Es erscheint ausschließlich an Geldautomaten. Wichtig ist das Zeichen beispielsweise für Besitzer der Postbank Sparcard. Wenn sie Bargeld am Automaten im Ausland abheben wollen, müssen sie auf dieses Zeichen achten.

Geldkarte

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Rund 82 Prozent aller Bankkarten sind mit dem Geldkarten-Symbol ausgestattet. Auf der Vorderseite tragen sie einen goldfarbenen Chip, sie sind damit als elektronische Geldbörse nutzbar: Kartenbesitzer können am Geldautomaten oder einem separaten Ladeterminal vom eigenen Konto Geld auf den Chip übertragen. Maximal 200 Euro sind möglich.

Die Kunden finden das Symbol auch an rund 600 000 Akzeptanzstellen, an denen sie vor allem kleinere Beträge bezahlen können: für Fahrkarten, Zeitungen, Zigaretten, Parktickets, Briefmarken oder Telefongespräche. Mittlerweile ist die Geldkarte auch für Einkäufe im Internet nutzbar.

Eufiserv

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Der 1990 gegründete European Savings Banks Financial Services (Eufiserv) ist der Geldautomatenverbund der europäischen Sparkassen. Kunden, deren Karte dieses Symbol trägt, können nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland mit der Geheimzahl (Pin) an der Kasse bezahlen. Sie können auch am Automaten Geld abheben.

EAPS

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Die Abkürzung EAPS steht für Euro Alliance of Payments Schemes, zu deutsch: Europäische Allianz der Zahlungssysteme. Sie wurde im November 2007 gegründet. In dem Bündnis arbeiten die Betreiber von sechs europäischen, aber bisher regional begrenzten Debitkartensystemen zusammen – darunter die deutschen Banken mit der Girocard. Ebenfalls dazu gehören zum Beispiel das italienische System Bancomat, das portugiesische Multibanco und das spanische System Euro 6000.

Das Logo soll künftig europaweit an Geldautomaten und an Kassen im Handel zu finden sein. Der Aufdruck auf Zahlungskarten ist freiwillig.

Cash Group

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Die Cash Group ist seit 1998 eine Gruppe von Banken, zu der die Commerzbank, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Hypovereinsbank, die Postbank sowie deren Tochterunternehmen gehören. Sie haben ihre Geldautomatennetze zusammengeschlossen, damit ihre Kunden bundesweit an über 7 000 Geldautomaten kostenlos Geld abheben können.

Cashpool

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Ein kleinerer Geldautomatenverbund ist der Cashpool mit bundesweit rund 2 500 Geldautomaten. An denen können Kunden von BBBank, Citibank, Degussa Bank, National-Bank, Santander Consumer Bank, SEB, Südwestbank, Wüstenrot, Netbank sowie der Sparda-Banken kostenlos Geld abheben.

FinTS Onlinebanking

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Karten der Volks- und Raiffeisenbanken zeigen neuerdings das Zeichen „FinTS Onlinebanking“, wenn mit ihnen Onlinebanking über das besonders sichere Verfahren FinTS (früher HBCI) möglich ist. Der Kunde muss seine Karte dafür extra freischalten lassen und benötigt einen Kartenleser, den er von seiner Bank bekommt.

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