Bankgesellschaft Berlin Meldung

Anwalt Wolfgang Schirp lädt die Akten für die Klagen gegen die Landesbank Berlin aus.

Drei Lastwagen waren notwendig, um die Unterlagen von rund 6 500 Klagen am 29. Dezember 2004 zum Landgericht Berlin zu schaffen. Die Kläger sind Anleger, die zusammen etwa 350 Millionen Euro in Fonds der Landesbank Berlin (LBB) investiert haben. Betroffen sind die Immobilienfonds LBB 3 bis 13, IBV Deutschland 1 bis 3, Bavaria Ertragsfonds 1 und 2, Berlinhyp Fonds 1 und 2 und der IBV Leasing Fonds.

Die Anleger fürchten um ihr eingesetztes Kapital und die versprochenen Ausschüttungen. „Denn viele der Immobilien in den Fonds sind schlecht“, berichtet Wolfgang Schirp, Anwalt der rund 6 500 Kläger. „In vielen Fällen schob die LBB bereits beliehene Immobilien ihrer Unternehmenstöchter einfach in die neu gegründeten Fonds ab, wodurch die Erträge der Fonds geringer ausfielen als prognostiziert.“

Viele Anleger fühlen sich von der LBB getäuscht und haben jetzt geklagt, weil eine außergerichtliche Lösung nicht zustande kam und sie eine Verjährung ihrer Ansprüche verhindern wollen.

Die LBB hatte lediglich zugesagt, für mögliche Prospekthaftungsansprüche auf die Einrede der Verjährung zu verzichten, nicht aber für mögliche Schadenersatzansprüche wegen Falschberatung, berichtet Schirp. Doch gerade Falschberatung wirft er der LBB in vielen Fällen vor.

Trotz der Klagen ist aber eine gütliche ­Einigung für Schirp noch denkbar. „Wir sind gegenüber der LBB nach wie vor gesprächsbereit.“ Die laufenden Klagen könnten ­jederzeit zum Ruhen gebracht oder durch einen Vergleich beendet werden.

Betroffene Anleger, die jetzt nicht geklagt haben, können nur noch versuchen, Schadenersatz wegen Prospekthaftung zu ­bekommen. Sie sollten sich zuvor aber von einem qualifizierten Anwalt beraten lassen.

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