Bankgesellschaft Berlin Meldung

Die Fondsanleger der Berliner Bankgesellschaft begehren auf. Viele Fonds stecken in Schwierig­keiten, die Anleger fühlen sich schlecht informiert. Jetzt gehen sie auf die Barrikaden.

Die Bankgesellschaft Berlin bekommt massiven Ärger mit den Anlegern ihrer geschlossenen Immobilienfonds. Nach einer Abstimmung unter rund 55 000 Fondsanlegern verlangt die Mehrheit, dass 13 Fonds der Bankgesellschaft durchleuchtet werden sollen: die Fonds LBB 4 bis LBB 13 sowie die Fonds IBV-Deutschland 1 bis 3. Unabhängige Wirtschaftsprüfer sollen klären, ob die Bank überteuerte und riskante Immobilien in die Fonds überführt und damit verbotenerweise Risiken der Bankgesellschaft auf Anleger abgewälzt hat.

Die Zeit drängt. Möglicherweise ergeben die Prüfungen, dass Anleger Schadenersatzansprüche geltend machen können. Doch zum Jahresende droht die Verjährung solcher Ansprüche.

Anlass der beispiellosen Anlegeraktion sind die schlechten Ergebnisse einiger Fonds, die seinerzeit oft als „risikofrei“ vertrieben wurden. Beim Fonds IBV 1 etwa fehlten 2002 über 40 Prozent der erwarteten Mieteinnahmen. Garantiegeber, die laut Prospekt in solchen Fällen einspringen sollen, zahlen mitunter nicht oder nicht ausreichend. Anleger der Fonds LBB 11, IBV 1 und IBV 2 erhielten 2003 zunächst keine Ausschüttung, laut Verwaltungsgesellschaft IBV mangels ausreichender Liquidität.

In dieser Situation haben die Verwaltungs­rä­te, die in den Fonds Anlegerinteressen wahrnehmen, die Abstimmung angestoßen. Das Ergebnis ist deutlich, sagt ­Michael Lange, Verwaltungsratsvorsitzender fast aller betroffenen Fonds. „Die Beteiligung lag bei 50 bis 68 Prozent, je nach Fonds. Von diesen Fondszeichnern haben fast alle zugestimmt.“

Die Fondsverwalterin IBV müsse jetzt die Prüfer losschicken, meint Lange, „doch sie mauert und spricht von juristischen Bedenken hinsichtlich der Beschlusstexte. Erstaunlich, da die IBV doch daran mitgewirkt hat. Erstaunlich auch, dass die Bedenken erst nach erfolgreicher Abstimmung kamen.“

Lenkt die IBV, Tochterfirma der Bankgesellschaft, nicht ein, wollen die Verwaltungsräte zügig außerordent­liche Gesellschafterversammlungen einberufen. Denn Verwaltungsrat Lange hat den Eindruck, dass die IBV angesichts der Verjährung möglicher Anlegeransprüche auf Zeit spielt, „und das vielleicht auf Geheiß der Bankgesellschaft“. Klaus Hansen, für die Bankgesellschaft zuständig für das Unternehmen IBV, bestreitet das.

Tipp: Hier bekommen Anleger Informationen: Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz (0 86 33/50 67 14, www.anlegerschutzev.de), Kanzlei Schneider Schwegler (02 11/49 50 20, www.anlegerschutz-immobilienfonds.de).

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