Schummeln in der Steuererklärung wird für Anleger riskanter. Ab April 2005 kann das Finanzamt ihre Kapitalerträge genauer als bisher unter die Lupe nehmen. Es kommt dann über das Bundesamt für Finanzen an ganz neue Daten von Bankkunden heran.

Die Beamten können zwar nur Stammdaten abfragen    – also Name, Geburtsdatum und Anschrift von Anlegern und von Personen, die über deren Konten verfügen können. Sie erfahren aber zum Beispiel auch, wie viel Sparkonten und Wertpapierdepots ein Kunde hat. Sind in seinen Steuererklärungen bisher nie Kapitalerträge aufgetaucht, kann das Finanzamt eine Straftat vermuten und die Offenlegung aller Konten verlangen. Als Falle kann sich auch die neue Jahresbescheinigung für 2004 entpuppen, die Banken jedem Kunden über seine Ka­pitalerträge und Spekulationsgewinne ausstellen müssen. Sie soll zwar offiziell nur beim Ausfüllen der Steuererklärung helfen und muss nicht beim Finanzamt eingereicht werden. Wenn die Beamten Zweifel haben, können sie die Bescheinigung jedoch nachfordern.

Tipp: Sie können dem Finanzamt noch bis 31. März 2005 Ihre Sünden beichten und verschwiegene Einkünfte ohne Strafe und zu günstigen Konditionen nachmelden. Diesen Schritt sollten Sie aber vorher mit einem Steuerberater besprechen. Denn die Amnestie hat Tücken. Manchmal ist die Selbstanzeige günstiger.

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