Bankgebühren Meldung

EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva

Der durchschnittliche Bankkunde zahlt hierzulande im Schnitt 89 Euro im Jahr für Kontoführung und Kartennutzung. Damit liegen die Bankgebühren in Deutschland im oberen Drittel von allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, wie eine Studie der EU-Kommission zeigt. test.de nennt günstige Konten.

Niederländer zahlen die Hälfte

Deutlich kritisierte EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva die Höhe der Bankgebühren in Deutschland: Die Kontoführungsgebühren seien deutlich höher als in den Nachbarländern Belgien, den Niederlanden und Luxemburg. Der Bankkunde in Deutschland zahlt laut Studie mit im Schnitt 89 Euro fast doppelt so viel Gebühren wie für eine vergleichbare Kontoleistungen in den Niederlanden (46 Euro im Jahr). Die höchsten Gebühren verlangen italienische Banken mit 263 Euro. Für ein Konto in Frankreich müssen Kunden Jahresgebühren von 154 Euro zahlen. Die niedrigsten Kontoführungsgebühren entrichten Bulgaren mit durchschnittlich 27 Euro jährlich.
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Banken verschleiern Preise

Die Verbraucherschutzkommissarin hat den Banken in der EU eine undurchsichtige Informations- und Preispolitik vorgeworfen. Viele Institute bedienten und berieten ihre Kunden schlecht. Die Gebührenstruktur sei oft unverständlich und nur sehr schwer mit den Angeboten anderer Geldhäuser vergleichbar. Je transparenter die Preispolitik der Banken sei, um so geringer seien die Gebühren, sagte ein Kommissionsexperte.

Manche Banken gaben keine Preise bekannt

Die EU-Kommission wertete nationale Umfragen aus und nahm sich die Angebote von 224 Banken in der EU vor, die rund 80 Prozent des Marktes abdecken. Bei zwei Dritteln der überprüften Banken war es nicht möglich, vollständige Preisinformationen im Internet zu finden. Manche Banken weigerten sich sogar, telefonisch angeforderte Preislisten zu verschicken. Fast jeder dritte Bankkunde sah sich außerstande, Angebote zu Girokonten zu vergleichen. Verbraucher beklagten, in dicken Packen kleingedruckter Informationen die wesentlichen Angaben nicht finden zu können. Statt in übersichtlichen Preislisten präsentierten Banken die Kosten in unverständlicher Sprache. Nur jeder elfte Kunde in der EU hätte in den vergangenen zwei Jahren das Konto gewechselt.

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