Vier Fragen zur Abgeltungsteuer

Kann ich Werbungskosten wie zum Beispiel Depotgebühren von der Abgeltungsteuer absetzen?

Nein. Das Finanzamt sieht dafür keinen Bedarf und argumentiert mit der Beibehaltung des Sparerfreibetrages (801 Euro / 1 602 Euro pro Jahr für Alleinstehende / Ehepaare), der Kleinsparern genügend Entlastung biete.

Was passiert in Zukunft bei einem Depotwechsel?

Für den Kunden ändert sich wenig. Nach Einführung der Abgeltungsteuer muss die bisherige Bank der neuen Depotbank Kaufkurs und Kaufdatum aller Wertpapiere mitteilen. Kaufbelege, die der Anleger aufbewahrt hat, reichen dem ­Finanzamt dagegen nicht.

Welche Folgen hat die Abgeltungsteuer für Gewinne aus Fondssparplänen?

Die steuerliche Behandlung von Fondssparplänen wird in Zukunft kompliziert.

  • Alle Fondsanteile, die bis zum 1. Januar 2009 gekauft worden sind, fallen nicht unter die Abgeltungsteuer. Ihre Kursgewinne bleiben auf Dauer steuerfrei.
  • Dagegen wird auf Kurssteigerungen von Anteilen, die ab Januar 2009 gekauft werden, die 25-prozentige Steuer fällig.

Wenn Anleger später nur einen Teil ihrer Fonds verkaufen, rechnet der Fiskus nach dem Prinzip, dass die ältesten Anteile zuerst veräußert werden. Wer seine steuerfreien Anteile „schonen“ will, sollte 2009 einen neuen Sparplan in einem getrennten Depot eröffnen.

Was muss ich nach 2009 beachten, wenn ich Anlagen ins Depot meiner Kinder übertragen will?

Grundsätzlich wird dann jede Übertragung von Wertpapieren in das Depot einer anderen Person als Verkauf betrachtet. Die Bank zieht Abgeltungsteuer ab. Wenn ihr der Kaufpreis nicht bekannt ist, setzt sie die Steuer pauschal für 30 Prozent vom Verkaufspreis an.

Will der Anleger das vermeiden, muss er die Bank bei seinem Auftrag auf die Schenkung hinweisen. Die Bank muss dies dem Finanzamt mitteilen.

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