Bankgebühren Test

Jeder Anleger braucht ein Wertpapierdepot. Das kostet Geld. Denn die Banken streichen für jeden Kauf und jeden Verkauf von Aktien, Anleihen oder Fondspapieren Gebühren ein. Finanztest hat dafür unsagbar hohe Preisunterschiede aufgedeckt. Viele Anleger können bei einem Depotwechsel enorm sparen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Gebühren fürs Depot

Extrembeispiel: 50-fache Kosten

Den Riesenunterschied verdeutlicht dieses Beispiel: Anleger Eins hat sein Wertpapierdepot bei der Citibank. Er kauft über das Internet Aktien zum Kurs von 50 100 Euro und zahlt dafür eine Provisionsgebühr von 9,99 Euro. Anleger zwei führt sein Depot bei der Filialbank und gibt am Schalter den selben Orderauftrag. Er wird mit der horrenden Gebühr von 500 Euro zur Kasse gebeten. Das ist etwa das 50-fache der Citibank-Transaktionskosten. Fast zwei Drittel der Filialbanken im Test verlangen um die 500 Euro für einen Auftrag. Dieses Beispiel markiert den krassesten Unterschied bei Aktienorders unter den 35 getesteten Banken. Generell gilt: Der Wertpapierhandel über Internet oder Telefon ist für den Anleger viel preiswerter als in der Filiale.

Depotverwaltung: Direktbanken günstig

Die Filialbanken verlangen zusätzlich einen jährlichen Obolus für die Verwaltung, der sich nach dem Depotkurswert richtet. Für ein kleines Depot im Wert von 11 000 Euro kassieren die meisten Banken zwischen 30 und 70 Euro per annum, bei 101 000 Euro Kurswert zwischen 150 und 180 Euro. Die Citibank verlangt für das Aufbewahren nichts. Einen Schönheitsfehler hat sie jedoch: Kunden der Citibank können keine Fondsanteile über die Börse kaufen. Preiswerte Alternativen bieten viele Direktdepots. Alle Bankhäuser mit kostenloser Depotführung und Wertpapieraufbewahrung sind in der Tabelle genannt. Bei ihnen sind meistens auch die Transaktionskosten sehr günstig.

Ordern auf allen Wegen

Hohe Transaktionskosten für Filialkunden rechtfertigen die Banken mit aufwändiger Beratung der Käufer bei der Auswahl passender Anlageobjekte. Aber nicht jeder Anleger hat dieses Briefing nötig. Wer sich lieber selbst informiert, sollte seine Papiere deswegen in ein kostengünstiges Direktdepot legen und so seine Rendite steigern. Für Kunden, die nicht grundsätzlich auf Beratung und Filialorder verzichten wollen, bieten ausgewählte Institute Depots mit mehreren Orderwegen an. Das machen etwa Postbank und Citibank zu guten Konditionen.

Neue Steuer, neue Strategie

Die alte Anlegerweisheit gilt nach wie vor: Hin und Her macht Taschen leer. Wer sein Depot häufig umschichtet, hat mehr Kosten aber nur einen unsicheren Anlageerfolg in Aussicht. Die 2009 kommende Abgeltungssteuer erfordert vom rationalen Anleger eine Strategieänderung. Für ihn ist es ratsam noch dieses Jahr sein Depot aufzuräumen und sich langfristig aussichtsreiche Aktien, Anleihen oder Fonds hineinzulegen. Denn nur dann können Investoren künftige Kursgewinne steuerfrei einstreichen, wenn sie die einjährige Spekulationsfrist eingehalten haben. Auf vor 2009 gekaufte Papiere erhebt der Fiskus keine Abgeltungssteuer.

Papiere früher verkaufen

Nach 2008 gibt es diese Frist nicht mehr. Die Bank zieht dann dem Anleger beim Verkauf der Papiere 25 Prozent Abgeltungssteuer sowie Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer ab. Die Bereitschaft sein Depot umzuschichten wird zunehmen: Für Aktien und Fonds, die ab 2009 gekauft werden, bringt es keinen Steuervorteil mehr, sie längerfristig im Depot zu behalten. Da ist es durchaus sinnvoll, ab und zu Kasse zu machen, wenn die Papiere extrem im Wert gestiegen sind. Doppelt sparen lässt sich deshalb mit dem Gratisdepot, das die Transaktionskosten flach hält.

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