Überziehen Commerzbank-Kunden den Dispokredit ihres Girokontos, müssen sie neben den Überziehungszinsen von 18,74 Prozent auch noch fünf Euro Gebühr pro Überweisung zahlen. Das ist nicht rechtmäßig, urteilten jetzt Richter.

Gericht verbietet Extragebühr

Das Landgericht Frankfurt hat in einem Urteil die von der Commerzbank verlangten fünf Euro Zusatzgebühr je Überweisung bei Überziehung des Dispokredits für unangemessen erklärt. Die Richter befanden, dass dem Geldhaus bei der Überziehung eines Kontos kein zusätzlicher Aufwand entstehe, der Extragebühren rechtfertige. Derzeit verlangt die Commerzbank für das Überziehen des Dispokredits bereits 18,74 Prozent effektiven Jahreszins. Im aktuellen Test Girokonto liegt das Institut damit in der Spitzengruppe. Bei drei von 67 Instituten im Test ist die Überziehung noch teurer. Mit 19,40 Prozent fordert die Volks- und Raiffeisenbank Schwerin den höchsten Zinssatz.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Weiterhin verbietet das Urteil der Commerzbank auch Gebühren für das Ausdrucken von Kontoauszügen zu nehmen. Die Kosten seien bereits mit den Kontoführungsgebühren abgegolten. „Im Moment prüfen wir das Urteil“, sagte ein Sprecher der Commerzbank gegenüber test.de. Kunden wird die Zusatzgebühr weiterhin abverlangt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Tipp: Die Verbraucherzentrale Hamburg rät Commerzbank-Kunden jedoch, bei dem Institut eine Erstattung der Gebühren einzufordern. Das sei auch noch drei Jahre rückwirkend möglich. So lange dauert die Verjährungsfrist.

Landgericht Frankfurt, Urteil vom 13.5.2009
Aktenzeichen: 2–02 O 3/09

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