Bankenregeln in der EU Meldung

Ab 31. Oktober ändern Banken und Sparkassen in Deutschland das Kleingedruckte. Manchmal zum Nachteil der Kunden.

Grundlage. Die Europäische Union hat neue, einheitliche Regeln für den Zahlungsverkehr beschlossen, die ab Ende Oktober auch in Deutschland gelten. Deshalb müssen Banken und Sparkassen ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) neu fassen. Hier die wichtigsten Änderungen:

Kartenzahlung. Unabhängig vom Verschulden des Kunden kann die Bank künftig bei Kartenmissbrauch (ec- und Kreditkarte) vor der Sperrung bis zu 150 Euro Selbstbeteiligung fordern. Die Sparkassen und einige andere Banken wollen aber bei der alten Regelung bleiben. Sie ersetzen den Schaden voll, wenn der Kunde sorgfältig gehandelt hat.

Überweisungen. Künftig sind Überweisungen sofort wirksam, wenn sie bei der Bank eintreffen. Kunden können einen Fehler nicht mehr korrigie­ren, selbst wenn sie ihn sofort entdecken. Sie müssen bei Überweisungen per Formular die Kontonummer und Bankleitzahl jetzt noch sorgfältiger eingeben. Die Banken gleichen diese Zahlen nicht mehr mit dem Namen des Empfängers ab. Positiv ist, dass Zahlungen künftig in kürzerer Zeit erledigt sein müssen: ab dem Jahr 2012 innerhalb von einem Tag bei Onlinetransaktionen und zwei Tagen bei Aufträgen per Formular.

Europäische Lastschrift. Die sogenannte Sepa-Lastschrift (Sepa= Single Euro Payments Area = einheitlicher europäischer Zahlungsraum) kann innerhalb von acht Wochen nach Buchung rückgängig gemacht werden. Für die innerdeutsche Lastschrift, die es noch bis Ende 2010 geben wird, gilt eine Frist von sechs Wochen zum Rechnungsabschluss, meist am Quartalsende.

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