Bankenpleite Meldung

Die Weserbank in Bremerhaven ist von der Bundesanstalt für Finanz­dienst­leistungs­auf­sicht (Bafin) zwangs­ge­schlossen worden. Das kleine Institut ist überschuldet. Die Einlagen der Kunden sind jedoch nicht gefährdet.

Zahlungsverkehr gesperrt

Die Bafin hat der Weserbank untersagt, Vermögenswerte zu veräußern oder Zahlungen zu leisten. Die Weserbank - übrigens nicht zu verwechseln mit der in Berlin ansässigen Weberbank - darf auch keine Zahlungen mehr annehmen. Es sei denn, sie dienen der Schuldentilgung gegenüber dem Institut. Die Bafin hat dieses so genannte Moratorium über die Weserbank verhängt, um noch verbliebene Vermögenswerte zu schützen. Zugleich hat die Behörde ein Insolvenzverfahren beim Amtsgericht Bremerhaven beantragt.

Einlagen bis ca. 1,8 Millionen Euro sicher

Die Geldeinlagen der Kunden sind geschützt, weil die Weserbank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken angehört. Bis zur Sicherungsgrenze von 1 832 000 Euro sind die Einlagen jedes Kunden gesichert. Als Einlagen gelten Guthaben auf Girokonten, Sparkonten, Tages- und Termingeldkonten sowie Sparbriefe und Namensschuldverschreibungen. Inhaberschuldverschreibungen, darunter auch so genannte Kapitalbriefe, sind nicht gesichert.

Tipp: Kurzfristig können Sie als Kunde der Weserbank nicht über Ihr Geld verfügen. Wer dringend Bares braucht, bekommt gegen Vorlage der neuesten Kontoauszüge oft unbürokratische Hilfe von anderen Banken. Wenn der Entschädigungsfall eintritt, werden Sie automatisch angeschrieben. Achtung: Die Bafin hat auch die Homepage des Geldinstituts vom Netz genommen.

Wertpapierdepots schwer zugänglich

Nicht erfasst vom Moratorium sind Wertpapierdepots. Doch hat der Anleger so gut wie keine Chance mehr, Transaktionen auszuführen, da auch das Online-Banking abgeschaltet ist. Erfahrungen aus anderen Bankenpleiten zeigen, dass es Monate dauern kann, bis Kunden wieder Zugang zu ihrem Depot haben. Einen Schadenersatzanspruch auf mögliche Kursverluste etwa von Aktien hat der Anleger nicht.

Tagesgeldangebot ist Geschichte

Die Bank hatte ein Tagesgeldangebot mit einem attraktiven Effektivzins von 3,66 Prozent pro Jahr. Mit diesem Angebot rangierte die Weserbank regelmäßig unter den Top 20 Offerten von Finanztest und war auch im Infodokument Tagesgeldkonten und Festgeld vertreten. Aus diesem Service von test.de ist das Weserbank-Angebot bereits herausgenommen.

Mit 25 Millionen Euro verschuldet

Die Weserbank AG führte bis zum Jahr 2004 den Namen Viehmarktsbank der Unterweserstädte GmbH. Das Bremerhavener Bankhaus hat eine weitere Niederlassung in Frankfurt am Main. Die Bilanzsumme der Bank beläuft sich nach dem letzten aufgestellten Jahresabschluss per 31.12.2007 auf rund 120,4 Mio. Euro. Die Weserbank AG weist Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Höhe von rund 24,9 Mio. Euro aus.

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