Anla­geempfehlung: Der ideale Anlagemix

Unsere Test­kunden wollten 35 000 Euro für zehn Jahre anlegen. Sie waren bereit, Risiken einzugehen, wollten am Ende der Lauf­zeit aber zumindest die einge­setzte Summe zurück­haben. Ihre Geld­anlage sollte so flexibel sein, dass sie im Notfall schnell an ihr Geld kommen würden. Für diesen Anlage­wunsch gibt es verschiedene Lösungen. Unter den Anlage­vorschlägen der Banken in unserem Test waren mehrere, die wir sehr gut oder gut fanden, aber auch viele schlechte. Wichtig war uns, dass die Berater die 35 000 Euro nicht in eine einzige Anlage steckten. Einen solchen Betrag sollte man auf mehrere Produkte verteilen. In unserem Fall führte an einem Mix ohnehin kein Weg vorbei: Wenn ein Anleger zwar Risiken eingehen will, aber Wert auf Kapital­schutz legt, braucht es in der Regel mehrere Geld­anlagen – riskante und sichere. Wir haben darauf geachtet, dass die ­sicheren und die riskanten Geld­anlagen im richtigen Verhältnis standen. Ein zu hoher Anteil riskanter Anlagen würde den Kapital­erhalt zum Laufzeit­ende gefährden, ein zu geringer Anteil Rendite­chancen nehmen.

Die sehr gute Lösung

Sehr gut waren aus unserer Sicht beispiels­weise diese Anlage­vorschläge: Ein Berater der Mittel­brandenburgischen Sparkasse hat dem Test­kunden empfohlen, rund zwei Drittel der Summe auf Tages­geld und Spar­buch anzu­legen und den Rest auf eine Anleihe, einen offenen Immobilienfonds und einen Aktienfonds aufzuteilen. Das gab ein Sehr gut. Ähnlich erfreulich war auch die Empfehlung eines Beraters der Hypo­ver­eins­bank, 15 000 Euro sicher, 15 000 Euro mit geringem Risiko und 5 000 ­Euro in einen Misch­fonds anzu­legen.

Die gute Lösung

Kein Sehr gut gab es, wenn der Anlagemix allzu sicher war oder gerade nicht mehr sicher genug. Trotzdem waren folgende Empfehlungen aus unserer Sicht noch gut: Ein Berater der Sparkasse Berlin zum Beispiel ist mit seiner Empfehlung rund ein Drittel des Geldes in einen Aktienfonds zu stecken, ein wenig zu sehr ins Risiko gegangen. Bei der Frank­furter Volks­bank wollten dagegen gleich fünf Berater zu wenig riskieren: Sie rieten, die gesamte Anlagesumme in Bundes­schatz­briefe, haus­eigene Spar­briefe und Wachs­tums­spar­konten zu stecken, alle­samt sichere Anlagen.

Weniger gute Lösungen

Die meisten Banken haben allerdings einen zu riskanten Anlagemix empfohlen. Die Sparda-Bank Berlin wollte in zwei Fällen das Geld zur Hälfte in einen offenen Immobilienfonds stecken und bot dazu noch Misch- und Aktienfonds an. Auch die Post­bank empfahl häufig offene Immobilienfonds. Offene Immobilienfonds sind allerdings nicht hundert­prozentig sicher und reichen zur Sicherung des Kapital­erhalts daher nicht aus. Die SEB ging noch forscher zu Werke. Gleich drei Berater wollten für den größten Teil der Anlagesumme Aktienfonds verkaufen. Das kann zwar gut gehen, ist aber riskant. Völlig unzu­reichend fanden wir den Vorschlag eines weiteren SEB-Beraters, die gesamte Anlagesumme in ein Express­zertifikat auf eine einzelne Aktie zu stecken. Das war klar mangelhaft.

Genauso schlecht war der Tipp eines Beraters der BW-Bank, der verschiedene Anleihen und Zertifikate vorschlug, aber es dem Kunden über­ließ, sich für eines der Produkte zu entscheiden. Die Deutsche Bank hat wie beim letzten Mal wieder Bauspar­verträge angeboten. Die sind zwar sicher, aber wenig flexibel. Daher gab es auch dafür keine guten Noten. Auch Renten­versicherungen, die unter anderem die Targo­bank, die SEB und einige Sparda-Banken verkauft haben, sind unflexibel.

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