Banken Meldung

Die elfstel­lige ID-Nummer darf nicht fehlen.

Sparer sollten jetzt ihre Frei­stellungs­aufträge prüfen. Wenn die Bank die persönliche Steueridentifikations­nummer nicht kennt, behält sie im kommenden Jahr ab dem ersten Euro Steuern ein.

801 Euro pro Person und Jahr steuerfrei

Wer sein Geld für sich arbeiten lässt, tut auch dem Fiskus etwas Gutes. An Zinsen, Dividenden, Kurs­gewinnen und anderen Kapital­erträgen verdient das Finanz­amt mit – aber erst ab einer gewissen Summe: Sparer, die Banken, Bausparkassen oder Fonds­gesell­schaften einen gültigen Frei­stellungs­auftrag erteilen, kassieren bis zu 801 Euro pro Person und Jahr steuerfrei, Sparerpausch­betrag genannt. Bei Ehepaaren und einge­tragenen Lebens­part­nern beträgt die Summe 1 602 Euro.

Neue Regeln fürs neue Jahr

Um dieses Privileg auch 2016 noch genießen zu können, sollten Anleger bereits erteilte Frei­stellungs­aufträge noch vor Jahres­wechsel prüfen. Wichtig dabei auch: Ab Januar erkennen Banken und Behörden die Aufträge nur noch an, wenn die persönliche Steueridentifikations­nummer (ID) des Sparers bekannt ist. Fehlt die elfstel­lige Kenn­zahl (siehe letzter Absatz), fließen ab dem ersten Zinseuro auto­matisch 25 Prozent Abgeltung­steuer ans Finanz­amt, dazu kommen 5,5 Prozent Solidaritäts­zuschlag und gegebenenfalls die Kirchen­steuer.

Ende der Galgen­frist

Die Pflicht, Frei­stellungs­aufträge mit der persönlichen Steuer-ID zu versehen, gilt schon seit dem Jahr 2011. Aufträge, die vor 2011 ohne ID-Nummer erteilt wurden, blieben dank einer Über­gangs­regelung aber weiterhin wirk­sam. Nun ändern sich die Zeiten. Ab 1. Januar 2016 müssen sowohl alte als auch neue Frei­stellungs­aufträge Steuer-IDs enthalten. Fehlt den Finanz­instituten zu diesem Zeit­punkt die Identifikations­nummer eines Sparers, werden seine Frei­stellungs­aufträge gelöscht; der Sparerpausch­betrag bleibt ungenutzt.

Steuer-ID gegebenenfalls nach­reichen

Anleger mit Alt-Aufträgen von vor 2011 sollten bei Banken und Finanz­instituten nach­fragen, ob ihre ID-Nummer dort bekannt ist und, wenn nein, die Information nach­reichen. Ehepaare und einge­tragene Lebens­gemeinschaften müssen die IDs beider Partner angeben. Neue Frei­stellungs­aufträge brauchen die Sparer dann in der Regel nicht zu erteilen.

Alt-Aufträge bleiben in der Regel weiter wirk­sam

Einige Geldhäuser kennen die Identifikations­nummern bereits – zum Beispiel über den Daten­abgleich mit dem Bundes­zentral­amt für Steuern. Andere haben ihre Kunden schriftlich um Über­sendung gebeten. Liegt die Nummer vor, bleiben die Alt-Aufträge in der Regel weiter wirk­sam. Eine Pflicht, diese Information vorzuhalten, besteht aber nicht.

Zu viel bezahlte Steuern zurück­holen

Immerhin: Haben Banken wegen unwirk­samer Frei­stellungs­aufträge Steuern einbehalten, ist das Geld nicht endgültig verloren. Sparer können sich zu viel gezahlte Beträge mit der Einkommensteuererklärung zurück­holen. Sie tragen die Zins­einkünfte in die Anlage KAP ein und geben an, ob und inwieweit sie den Pausch­betrag bereits ausgeschöpft haben.

Such­hilfe – Wo gibt es die ID?

Seit 2008 teilt das Bundes­zentral­amt für Steuern (BZSt) jedem Bundes­bürger seine Steuer-ID mit. Sie besteht aus elf Ziffern und bleibt ein Leben lang erhalten. Wer den Brief mit der ID nicht mehr besitzt, findet seine persönliche Zahlen­folge auch auf dem letzten Steuer­bescheid oder der Lohn­steuer­abrechnung des Arbeit­gebers. Auch das Finanz­amt sollte helfen können. Zudem ist es möglich, die ID erneut anzu­fordern (www.bzst.de, Tel. 02 28/4 06 12 40, BZSt, Steuerliches-Info-Center, An der Küppe 1, 53221 Bonn). Die Antwort erfolgt stets schriftlich – aus Daten­schutz­gründen.

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