Bankberatung Meldung

Die Postbank stellt ihre Vermögensberatung ein. Die Bank will die Sparte zum 30. Juni schließen. In den bundesweit 1 100 Postbank-Filialen können Sparer ihr Geld in einfache Zinsprodukte wie Tagesgeld und Festgeld stecken. Aber auch Aktien-, Renten- oder Geldmarktfonds will die Bank weiter anbieten.

Postbank verkauft noch einfache Geldanlagen

Die Postbank will ihren Kunden ab Sommer in erster Linie noch einfache Bankprodukte wie Giro- und Tagesgeldkonten oder Festgeld anbieten. Die Vermögensberatung etwa für den Kauf von risikoreichen Anlageprodukten wie geschlossenen Immobilien- oder Schiffsfonds gibt die Postbank auf. Die Kundennachfrage sei zurückgegangen, sagte Postbanksprecher Joachim Strunk gegenüber test.de. Dennoch verkaufen die Berater der Postbank in den Filialen weiterhin Aktien-, Renten- oder Geldmarktfonds. Für diese Wertpapiere müssen Bankangestellte in einer Anlageberatung ein ausführliches Beratungsprotokoll ausfüllen und dem Kunden aushändigen.

Bestandskunden sollen bleiben

„Für die Bestandskunden mit laufenden Anlagen dieser Art ändert sich trotz der Auflösung nichts“, sagte Strunk. Sie behalten ihre Depots. Sie würden ab sofort informiert. Kurzfristig solle eine Telefonhotline eingerichtet werden. Allerdings werden wohl die wenigsten ihren Berater behalten. Denn die knapp 250 Vermögensberater könnten intern in der Bauspar-Sparte oder den Maklervertrieb der Postbank wechseln oder in eine Vertriebsposition bei der Deutschen Bank gehen. Ende 2010 hatte die Deutsche Bank die Postbank übernommen.

Im Bankberatungstest durchgefallen

Im Test Anlagebankberatung von Finanztest hatte die Postbank im Jahr 2010 ein mangelhaft bekommen. Mit dem schlechtesten Qualitätsurteil hatten damals sechs Institute, darunter auch Hypovereinsbank und Targobank abgeschnitten. Die Vermögensberatung der Postbank war im vergangenen Jahr in die Kritik geraten, nachdem die Bank zugegeben hatte, dass Kundengelder in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro offenbar bei einem Immobilienprojekt in Südafrika veruntreut worden waren. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hatte zudem mehrfach über fragwürdige Verkaufsmethoden der Vermögensberater berichtet. Mitschnitte von Muster-Beratungsgesprächen hätten den Verdacht gestützt, wonach die Berater beim Verkauf Risiken verschwiegen haben sollen, berichtete der Sender. Die Postbank hatte die Vorwürfe damals zurückgewiesen.

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