Bank­beratung

Fonds­kauf nach Bank­beratung: Chance auf Schaden­ersatz

Inhalt
  1. Überblick
  2. Fonds­risiken
  3. Fonds­kauf nach Bank­beratung

Ob Anleger mit offenen Immobilienfonds oder Immobiliendachfonds auf Schaden­ersatz hoffen können, hängt von den Umständen des Kaufs ab. Wer direkt von der Fonds­gesell­schaft oder über einen Vermittler gekauft hat, hat nur Chancen, wenn der Fonds­prospekt falsch oder unvoll­ständig war. Bessere Aussichten haben Anleger, die Fonds nach einer Bank­beratung als sichere Geld­anlage gekauft haben.

Erste Chance. Die Bank oder Sparkasse hat sich hinter dem Rücken des Anlegers vom Fondsanbieter bezahlen lassen. So ist es oft gelaufen, meist können die Banken das kaum bestreiten. Wenn solche Zahlungen geflossen sind, ohne dass der Kunde darüber Bescheid wusste, muss die Bank ihn entschädigen.Allerdings: Nach Auffassung des Bundes­gerichts­hofs haften die Banken nicht, wenn sie, statt den Kauf der Fonds­anteile zu vermitteln, diese selbst gekauft und dann mit Aufschlag an ihre Kunden weiterverkauft hat.

Zweite Chance. Die Bank hat ihren Kunden nicht über das Risiko informiert, dass Immobilienfonds die Rück­nahme der Anteile stoppen können, wenn zu viele Anleger ihr Geld zurück­fordern. Jedoch sind die Gerichte noch uneins. Einige wiesen Anlegerklagen ab. Das Risiko sei lange bloße Theorie gewesen. Die Bank musste nicht ausdrück­lich darauf hinweisen, argumentieren viele Richter. Anders das Land­gericht Frank­furt am Main in zwei aktuellen Urteilen (Az. 2–19 O 334/11 und 2–21 O 352/11) und das Land­gericht Berlin (Az. 27 O 627/11, alle nicht rechts­kräftig): Der Rück­nahme-Stopp sei ein für offene Immobilienfonds typisches Risiko, auf das die Bank hinweisen musste.

Tipp Wenn Sie nach einer Bank­beratung Geld verloren haben, können Sie sich an eine Schlichtungs­stelle wenden. Das ist kostenlos, aber kein Ersatz für anwalt­liche Beratung. Suchen Sie sich einen erfahrenen Anwalt, der nur Anleger, nicht auch Banken und Vermittler vertritt. Die Erst­beratung kostet maximal 250 Euro. Dann kennen Sie Ihre Erfolgs­aussichten.Am besten suchen Sie im Internet nach Anwälten, die wegen der gleichen Fonds schon erfolg­reich gegen Ihre Bank vorgegangen sind. Sie müssen die Kanzlei nicht persönlich aufsuchen, sind also nicht auf einen Anwalt in Ihrer Nähe angewiesen.

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Franz-Josef.Berghausen am 19.03.2013 um 17:42 Uhr
Auch mich hat die Postbank hiermit reingelegt.

Mir ist es genau so ergangen wie Herrn Heuberger. Nur dass mir dieser Fond einen Monat früher von der Postbank verkauft wurde und mir ausschließlich nur Vorteile für diesen Fond genannt wurden. Ferner erhielt ich keine Vertragsunterlagen von der Postbank. Die musste ich erst schriftlich anfordern. Auch das scheint bei dieser Bank so üblich zu sein. Das Beste aber ist, dass ich innerhalb der zweiwöchigen Kündigungsfrist kündigen wollte, mir die Postbank aber mitteilte, dass das nicht möglich sei. Ich kann vor dieser Bank ausdrücklich nur warnen! Genau wie Herr Heuberger erhielt ich vom Ombudsmann der privaten Banken in Berlin einen negativen Bescheid.