Ein Anleger, der sich gegenüber einer Bank als sehr erfahren ausgibt und dann Wertpapiergeschäfte meist ohne Beratung betreibt, kann keinen Ersatz für dabei erlittene Verluste verlangen. Das entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az: 31 U 201/98).

Der Kläger, ein Polizist, hatte sich beim Eröffnen des Kontos und Depots als "Marketingdirektor in der Versicherungsbranche" ausgegeben. Er nahm bei der Bank Kredite auf, um damit Spekulationen mit Aktienoptionsscheinen und Vorzugsaktien finanzieren zu können. Dabei verlor er fast 15.000 Mark, die er von der Bank ersetzt haben wollte.

Das Gericht wies die Forderung jedoch ab. Die Bank habe den Kunden ausreichend beraten. Eine Aufklärung über Risiken bei der Verwendung von Krediten bestehe nur, wenn sich im Einzelfall ein besonderes Schutz- oder Aufklärungsinteresse ergebe. Das habe bei diesem Anleger aber nicht vorgelegen, da er bei seinen Orders zunehmend auf Beratung verzichtet und statt dessen von sich aus immer mehr Geschäfte vorgeschlagen habe, die sein Berater sonst nicht empfohlen hätte.

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