Banken müssen Kunden grundsätzlich über das Risiko einer Geldanlage aufklären. Wie viel Beratung nötig ist, hängt aber von den Erfahrungen des Anlegers, seinem Anlageziel und den Risiken der Investition ab, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH, Az. XI ZR 159/99). Demnach war es 1993 noch ausreichend, einem Anleger das Risiko von Anleihen des Flugzeugherstellers Fokker als "tragbar" zu beschreiben. Zumindest, wenn der Kunde früher bereits eine Firmenanleihe gekauft hatte und mehr Rendite als bei Festgeldern forderte.

Ein Sparkassenkunde hatte mit Fokker-Anleihen Verluste in sechsstelliger Höhe gemacht, als der Flugzeugbauer Pleite ging. Daraufhin verklagte er die Sparkasse. Denn er habe ausdrücklich eine sichere Anlage gewünscht. Das bestritt der Anlageberater jedoch.

Die obersten Richter urteilten, der Kläger sei zumindest begrenzt risikobereit und renditeorientiert gewesen. Außerdem hätten die Fokkeranleihen zum damaligen Zeitpunkt noch überwiegend als sichere Anlage gegolten. Eine Ersatzpflicht wegen Beratungsfehlers sei insoweit ausgeschlossen.

Schadenersatz könnte der Kläger dem BGH zufolge aber dann verlangen, wenn er tatsächlich eine sichere Anlage gefordert und der Bankberater die Fokkeranleihe als "so gut wie mündelsicher" bezeichnet hätte. Ob das der Fall war, soll nun das OLG Koblenz klären.

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