Bankauszahlplan Test

Mit den Auszahlplänen aus unserem Test lässt sich ein Studium genauso bequem finanzieren wie ein paar Jahre Übergang bis zur Rente. Die Auszahlung ist sicher und die besten Pläne bieten solide Zinsen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Bankauszahlplan

Wenn es um ihre Enkel und Kinder geht, drehen Großeltern und Eltern schon mal den Geldhahn auf. Dann machen sie lang Erspartes flüssig und beteiligen sich über Jahre an den Kosten fürs Studium oder dem Schulgeld für eine Privatschule. Ein Bankauszahlplan ist für solche Zwecke ideal. Er ist bequem und sicher.

Andere wollen selbst von ihrem Vermögen leben und schon ein paar Jahre vor der Rente kürzertreten. Sie überbrücken mit ihrem Ersparten die Zeit bis zur ersten Rentenzahlung in einigen Jahren. Auch für sie ist ein Auszahlplan geeignet, weil er eine festverzinste geregelte Auszahlung bietet.

Viel Auswahl haben die Kunden allerdings nicht. Entnahmepläne sind ein Nischenprodukt. Von den 56 Instituten, die wir in unseren aktuellen Test angeschrieben haben, machen gerade einmal 17 Banken und Sparkassen ein Angebot. Die meisten verlangen eine Mindestanlagesumme von 10 000 Euro.

Bis zu 4,75 Prozent Zinsen

Den besten Auszahlplan für eine Laufzeit von vier oder fünf Jahren hat die Hanseatic Bank. Die Bank bietet zurzeit mit 4,75 Prozent den höchsten Zins.

Hier könnten Oma und Opa 30 000 Euro investieren, damit die Enkeltochter sich im Studium keine Sorgen um Miete oder Lebensunterhalt machen muss. Vereinbaren sie eine Laufzeit von fünf Jahren, ergibt sich eine monatliche Auszahlung von rund 560 Euro. Bei einem mageren Zins von 2,6 Prozent, wie ihn die Sparkasse KölnBonn bietet, sind es nur rund 532 Euro.

Zinsen sind steuerpflichtig

In Wirklichkeit fällt die Auszahlung in beiden Fällen etwas geringer aus, weil die Bank für die Zinsen Steuern abführt: Sie zieht Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ab, zusammen sind das 26,375 Prozent.

Besonders hoch ist die Belastung in den ersten Laufzeitjahren, weil dann noch viel Geld im Auszahlplan liegt und relativ hohe Zinserträge anfallen. Da der Zinsertrag jedoch während der Laufzeit sinkt, sind auch von Jahr zu Jahr weniger Steuern fällig.

Nehmen wir an, die Großeltern legen die 30 000 Euro in ihrem eigenen Namen an und sie haben ihren Steuerfreibetrag von 801 Euro (Ehepaar 1 602 Euro) schon ausgeschöpft. Dann erreichen sie bei der Hanseatic Bank nach Steuern eine Rendite von knapp 3,5 Prozent. Der monatliche Auszahlbetrag liegt bei rund 543 Euro.

Nutzt die Enkelin ihren Freibetrag noch nicht, kann es sinnvoll sein, den Vertrag auf ihren Namen abzuschließen.

Wollen die Großeltern der Studentin nur so viel überschreiben, dass sie keinerlei Steuern zahlen muss, dürfen sie bei einem Zins von 4,75 Prozent und fünf Jahren Laufzeit etwa 18 800 Euro anlegen. Die Auszahlung beträgt dann monatlich gut 351 Euro. Der Zinsertrag im ersten Laufzeitjahr entspricht fast dem Freibetrag von 801 Euro.

Sicher und bequem

Bei Bankauszahlplänen ist der Zins für die Laufzeit garantiert. Das Geld können sich Anleger monatlich, aber auch vierteljährlich oder einmal im Jahr überweisen lassen.

Nach Vertragsschluss müssen sie sich um nichts mehr kümmern. Eine Kündigung ist aber allenfalls in Notfällen möglich. Ein Auszahlplan ist bequem – aber meist völlig unflexibel. Schon deshalb sollte die Laufzeit überschaubar sein.

Am häufigsten werden Auszahlpläne mit Laufzeiten zwischen vier und zehn Jahren angeboten. Am Ende der Laufzeit ist das ­Kapital aufgebraucht oder „verzehrt“, wie es im Finanzjargon heißt. Fast alle Banken ­bieten aber auch eine Variante, bei der sich Anleger nur die Zinsen auszahlen lassen können und ihr Kapital erhalten bleibt.

Vorsicht vor langen Laufzeiten

Das Angebot der Deutschen Bank gibt es für beliebige Laufzeiten. Die Zinsfestschreibung von 3,6 Prozent gilt jedoch nur für vier Jahre. Deshalb sollten Anleger sich hier auch nicht länger binden.

Lange Laufzeiten mit festem Zins sind rar. Mehr als zwölf Jahre Laufzeit bieten nur drei Institute. Und nur die Bausparkasse Debeka hat ein Entnahmedepot für eine 25- bis 30-jährige Laufzeit im Angebot.

Nach solchen Angeboten fragen uns immer wieder Leser, die sich eine dauerhafte Rente auszahlen lassen wollen. Ihnen gefällt, dass bei ihrem Tod das Restvermögen vollständig an die Erben geht – anders als bei einer Rentenversicherung.

Doch als Zusatzrente eignet sich ein Bankauszahlplan kaum, denn die Steuerabzüge schlagen gerade bei einer hohen Anlagesumme stark zu Buche. Und: Wer das Ende des Auszahlplans überlebt, hat ­irgendwann vielleicht nicht mehr genug Geld zum Leben zur Verfügung (siehe „Sofortrente“).

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