Bank­anleihen Meldung

Korridor-Anleihen locken mit hohen Zinsen. Ob Anleger diese erhalten, ist ungewiss. Die Bank gewinnt in jedem Fall. Finanztest rät von Zins­produkten ab, deren Rendite an bestimmte Bedingungen geknüpft ist.

Zins von Dax-Kurs­entwick­lung abhängig

Sparkassen und Banken locken mit Korridor-Anleihen als Alternative zu herkömm­lichen Zins­anlagen. In der Regel gibt es eine Kapital­garantie zum Laufzeit­ende und eine verlockend hohe Verzinsung. Doch der Zins hängt von Bedingungen ab. Ein Beispiel: Die Dax Kupon Korridor-Anleihe der Landes­bank Berlin (Isin DE 000 LBB 1UB 5) läuft bis zum 11. Juni 2020 und bietet eine Verzinsung von 3 Prozent pro Jahr. Beim Kauf der Anleihe zahlen Anleger üblicher­weise einen Aufschlag von 2 Prozent. Den Zins erhält der Anleger nur, wenn sich der Aktien­index Dax in einem Korridor zwischen rund 5 778 und 10 318 Punkten bewegt. Wird die obere oder untere Kurs­grenze beim täglich ermittelten Schluss­kurs auch nur einmal über­schritten, entfällt für das betreffende Jahr die Verzinsung.

Angebot für Anleger nicht kalkulier­bar

Zins­produkte dieser Art unterscheiden sich von herkömm­lichen Fest­zins­anlagen durch ihren Wett­charakter. Eine gute Verzinsung bieten sie nur, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt. Wenn der Dax in mehreren Jahren den vorgegebenen Korridor verlässt, bleibt Anlegern nur eine magere Rendite. Abge­sehen von der voll­ständigen Rück­zahlung am Laufzeit­ende ist das Angebot für Anleger nicht kalkulier­bar. Strukturierte Anleihen sind so konstruiert, dass der Anbieter eine bestimmte Marge sicher hat und bei keinem Szenario draufzahlt. Die Bank, die das Produkt verkauft, verdient an der Provision, die sie vom Anbieter erhält. Nur der Anleger weiß nicht, welche Rendite er bekommt.

Tipp: Meiden Sie Zins­produkte, deren Rendite an Bedingungen geknüpft ist. Die aktuell besten Fest­zins­angebote mit eindeutigen Regeln finden Sie monatlich unter www.test.de/zinsen.

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