Bank of Panama Meldung

Eine Bank of Panama bietet seit kurzem im Internet verlockende Zinsen für Tages- und Festgeld an. 4 Prozent Zinsen pro Jahr soll es für Tagesgeld geben, für Festgeld sogar 5 Prozent – beides für eine Mindestanlage von 2 500 Euro. Doch ob es sich tatsächlich um eine seriöse Bank handelt, ist zweifelhaft. Sparer sollten dort deswegen kein Geld anlegen.

Bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist die Bank of Panama nicht gemeldet. Dies müsste sie aber sein. „Unternehmen, die nicht aus dem Europäischen Wirtschaftsraum stammen und in Deutschland Bankgeschäfte betreiben wollen, benötigen unsere Erlaubnis. Sie ist normalerweise auch Voraussetzung dafür, sich in Deutschland ,Bank' nennen zu dürfen“, sagt Benjamin Fischer, ein Sprecher der Bafin.

Die Bank of Panama teilte uns auf Nachfrage mit, dass sie anderer Meinung ist. Sie dürfe ohne Erlaubnis der Bafin Sparangebote in Deutschland anbieten, weil sie als Tochter einer panamesischen Bank ihre Geschäfte nur über das Internet betreibe und mit einer deutschen Regionalbank kooperiere. Die Regionalbank bestreitet dies jedoch.

Auch die Sicherheiten, mit denen die Bank wirbt, sind falsch. Die Bank of Panama behauptet, das Kundengeld sei bei ihr sicher, weil sie Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) und in der Securities and Investor Protection Corporation (SIPC) sei. Beides stimmt nicht.

Die Umstände der Kontoeröffnung sind ebenfalls mysteriös. Ein Fax mit dem ausgefüllten Anmeldeformular und eine Kopie des Personalausweises genügen dafür. Eigentlich müsste eine in Deutschland zugelassene Bank nach dem Geldwäschegesetz sich persönlich oder durch glaubwürdige Dritte (Post-Ident-Verfahren) von der Identität eines Kunden überzeugen.

Eine vollständige Adresse in Deutschland nennt die Bank auf ihrer Internetseite nicht, nur ein Postfach.

Wir setzen die Bank of Panama wegen ihres unseriösen ­Geschäftsgebarens und wegen ihrer Werbung mit falschen Sicher­heiten auf unsere Warnliste.

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