Bambusbecher im Test

So haben wir getestet

23.07.2019

Bambusbecher im Test Testergebnisse für 12 Bambusbecher 08/2019

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Inhalt

Im Test: 12 exemplarisch ausgewählte Mehr­wegbecher, die ausloben, Bambus zu enthalten. Wir kauf­ten die Produkte von März bis April 2019 ein. Die Preise ermittelten wir per Anbieterbefragung im Mai 2019.

Schad­stoffe

Wir bestimmten die in den Bechern enthaltene Kunst­stoff­art mittels FTIR-Spektroskopie: Bei allen Bechern handelte es sich um Melaminharz. Melaminharz setzt sich aus den Bausteinen Form­aldehyd und Melamin zusammen und wird als Binde­mittel bei der Herstellung von Bambusware einge­setzt. Form­aldehyd und Melamin können bei der Verwendung der Produkte in das Lebens­mittel übergehen. Für Melamin und Form­aldehyd sind spezi­fische Migrations­grenz­werte fest­gelegt. Dabei handelt es sich um fest­gelegte Höchst­mengen, die unter bestimmten Prüfbedingungen maximal in das Lebens­mittel übergehen dürfen.

In Anlehnung an die Methode B 80.30–12 der Amtlichen Samm­lung von Unter­suchungs­verfahren prüften wir den Über­gang von Melamin und Form­aldehyd in ein Prüf­lebens­mittel (drei­prozentige Essig­säure). Die Becher und das Prüf­lebens­mittel wurden dafür jeweils auf 70 Grad Celsius vorgewärmt. Nach Befüllen des vorgewärmten Bechers mit dem temperierten Prüf­lebens­mittel wurde die Temperatur kontrolliert für zwei Stunden auf 70 Grad Celsius gehalten. Dieser Vorgang wurde sechs Mal wieder­holt. In der Migrations­lösung der dritten Befüllung bestimmten wir die Gehalte von Form­aldehyd gemäß Methode DIN CEN/TS 13130–23 und Melamin in Anlehnung an die Methode DIN EN 16858:2017. Für die dritte Prüfung sind in der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 die spezi­fischen Migrations­grenz­werte fest­gelegt. Weiterhin bestimmten wir die Gehalte der beiden Stoffe in der Lösung der siebten Befüllung – damit simulierten wir die häufige Verwendung der Produkte.

Deklaration

Wir prüften die Verpackungs­angaben sowie die Angaben auf den Produkten selbst nach dem Bedarfs­gegen­ständerecht. Wir bewerteten unter anderem die Angaben zur Material­zusammenset­zung und zu Verwendungs­bedingungen wie Mikrowellen- und Spül­maschinen­eignung, weiterhin Angaben zur Abbaubar­keit und Recycling. Drei Experten bewerteten Leserlich­keit und Über­sicht­lich­keit der Informationen auf der Verpackung.

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