Balkon Meldung

Damit das Grillvergnügen harmlos bleibt, sollten Balkonbesitzer lieber einen Elektrogrill nehmen.

Leben auf dem Balkon bringt nicht nur Freude, sondern manchmal auch Ärger mit Nachbarn. Oft müssen Gerichte klären, was erlaubt ist.

Grillen. Das Amtsgericht Bonn meint, einmal monatlich dürfe gegrillt werden. Mieter müssen aber den Nachbarn 48 Stunden vorher Bescheid sagen (Az. 6 C 545/96). Dagegen hält das Landgericht Stuttgart dreimal jährlich für genug und begrenzt dies auf je zwei Stunden (Az. 10 T 359/96). Der Qualm muss sich aber in Grenzen halten. Er darf nicht direkt in die Nachbarwohnung ziehen. Ein totales Grillverbot im Mietvertrag ist auch zulässig (LG Essen, Az. 10 S 437/01).

Party. Bewohner dürfen bei besonderen Gelegenheiten, etwa einem Geburtstag, auf dem Balkon feiern und grillen, meint das Oberlandesgericht Oldenburg (Az. 13 U 53/02). Ab 22 Uhr sollte aber die Lautstärke gedämpft werden.

Markise. Mieter dürfen ohne Erlaubnis des Vermieters keine Markisen oder Verglasungen anbringen (BayOLG, Az. 2 Z BR 123/97). Einen Sichtschutz erlaubte das Amtsgericht Köln, wenn er nicht höher ist als das Geländer und farblich mit der Fassade harmoniert (Az. 212 C 124/98).

Antenne. Parabolantennen dürfen nur auf den Balkon, wenn sie so klein sind, dass sie das Bild der Fassade nicht stören und es keine Gemeinschaftsparabolantenne oder Kabel gibt (AG Berlin-Lichtenberg, Az. 10 C 150/02).

Katzen. Fangnetze sind umstritten. Solange sie den optischen Eindruck des Hauses kaum stören, lässt das Amtsgericht Köln sie zu, auch wenn der Mieter die Metallstreben mit dem Balkon verschraubt (Az. 222 C 227/01). Denn Bohrlöcher sind am Balkon ebenso erlaubt wie in der Wohnung (LG Nürnberg-Fürth, Az. 7 S 6265/89). Das Bayerische Oberste Landesgericht hingegen lehnte ein Katzennetz ab, weil es das Gesamtbild des Hauses störte (2 Z BR 38/03).

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