... leider oft später! Haften muss sie nach aktueller Gesetzeslage dafür aber nicht. Das hat das Landgericht Frankfurt am Main bekräftigt und die Klage eines Ehepaars abgewiesen, das wegen einer Zugverspätung den Urlaubsflieger verpasst hatte und 800 Euro Schadenersatz von der Bahn forderte (Az. 2-1 S 131/03). Im Interesse eines kostengünstigen Massenverkehrs auf der störungsanfälligen Schiene müsse die Bahn vor solchen Kosten bewahrt werden, erklärten die Richter.

Derzeit sind Kunden bei Verspätungen auf die Kulanz der Bahn angewiesen. So rückt sie etwa einen Reisegutschein über 10 Euro heraus, wenn ein ICE mehr als 30 Minuten Verspätung hat. Einen Rechtsanspruch darauf haben Reisende nicht. Auf Druck der EU will die Bahn aber in diesem Jahr ihr Kleingedrucktes ändern. Sie erwägt, einen Anspruch auf Wiedergutmachung hineinzuschreiben, der sich an der Höhe des Ticketpreises orientieren soll.

Tipp: Kunden des öffentlichen Personennahverkehrs in Nordrhein-Westfalen können sich an die Schlichtungsstelle Nahverkehr wenden, wenn die Bahn oder andere Verkehrsunternehmen nicht für Verspätungen zahlen wollen. Sie hilft beim Einfordern einer Entschädigung. So hält die Stelle etwa die Erstattung der Taxikosten für angemessen, wenn ein Zug ausfällt und keine Reisealternativen geboten werden.

Eine vergleichbare Schlichtungsstelle gibt es zwar in anderen Bundesländern nicht, doch enttäuschte Reisende aus anderen Gegenden finden hier zumindest Rat. Unter www.schlichtungsstelle-nahverkehr.de und der Telefonnummer 0 180 5/67 45 67 können sie sich über realistische Forderungen informieren.

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