Normaler­weise bekommen Auto­fahrer drei Monate Fahr­verbot, wenn sie einen Bahn­über­gang trotz geschlossener Schranke über­queren. Bei einem Vater, der in großer Sorge um seine Kinder war, hielt das Amts­gericht Niebüll eine Ausnahme für gerecht­fertigt (Az. 6 OWi 110 Js 7682/13). Der Mann war mit seiner Frau und Freunden in einem Restaurant, als ihn seine zwölfjäh­rige Tochter verzweifelt anrief. Sie und zwei weitere Kinder waren allein zuhause und völlig in Panik. Ein Mann mit einer Halloween-Maske lief ums Haus, rüttelte an Türen und Fens­tern und schnitt Grimassen.

Der besorgte Vater raste auf dem schnellsten Weg heim­wärts. Als er an dem geschlossenen Bahn­über­gang sah, dass kein Zug in der Nähe war, umfuhr er die herunter­gelassene Halb­schranke.

Dies sei eine emotionale Ausnahme­situation, befanden die Richter. Der Mann sei selbst in Panik gewesen. Er darf den Führer­schein behalten, musste aber zu einer kosten­pflichtigen verkehrs­psychologischen Einzel­beratung gehen und ein erhöhtes Bußgeld von 2 000 Euro zahlen.

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