Bahnpreise Meldung

Vor allem Familien und Kleingruppen werden billiger fahren, wenn die Deutsche Bahn (DB) im nächsten Jahr ihr neues Preissystem einführt. Je mehr Mitfahrer, je länger die Strecke und je frühzeitiger die Buchung, desto billiger wird die Reise. Umgekehrt gilt: Einzelreisende, die kurzentschlossen in den Zug steigen und nicht weit fahren, müssen häufig draufzahlen. Auch Berufspendler und Nutzer von Nahverkehrszügen befürchten Nachteile.

Bahncard: Eine ganze Reihe von Änderungen plant die DB bei der Bahncard. Statt der bislang 50-prozentigen Preisermäßigung soll das Plastikkärtchen künftig nur noch 25 Prozent Ersparnis bringen. Dieser Verschlechterung stehen allerdings Verbesserungen gegenüber: Statt bislang 260 Mark (2. Klasse) wird die Bahncard nur noch 60 Euro (also umgerechnet 117,35 Mark) kosten. Und wenn nur ein Familienmitglied diesen Preis zahlt, erhalten der Partner und die Kinder eigene vollwertige Bahncards für eine Bearbeitungsgebühr von jeweils nur 5 Euro (9,78 Mark).

Tarife: Den jetzigen Tarifdschungel will die Bahn lichten. Künftig soll es nur noch Grundpreise und drei Sonderpreise mit 10 bis 40 Prozent Ermäßigung geben. Der günstigste Preis ist allerdings an diverse Bedingungen geknüpft. Zum Beispiel sind die Billigtickets kontingentiert: Sie werden also nur solange verkauft, wie der Vorrat reicht.

Vorteil des neuen Preissystems: Alle Ermäßigungen ­ also Sonderpreis für Frühbucher, Bahncard und 50-prozentige Mitfahrerermäßigung sollen einander ergänzen. Bislang musste der Kunde oft mühsam vergleichen, ob die Bahncard oder der eine oder andere Sondertarif am günstigsten ist. Die Stiftung Warentest hatte mehrfach kritisiert, dass selbst Bahner damit überfordert sind. Auch mehr Familienfreundlichkeit war eine häufige Forderung der test-Leser.

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