Bahnpreise Meldung

Für viele Reisende und Pendler wird das Fahren mit der Deutschen Bahn im Fern- und Nahverkehr ab 11. Dezember teurer. test.de gibt Tipps, wie Bahnkunden trotzdem ohne große Umstände günstigere Bahntickets ergattern können.

Im Schnitt 3,9 Prozent teuer

Die Deutsche Bahn hebt ihre Fahrpreise zum Fahrplanwechsel im Dezember deutlich an. Fahrkarten im Fernverkehr kosten dann nach Bahnangaben im Schnitt 3,9 Prozent mehr. Im Nahverkehr werden Tickets demnach durchschnittlich 2,7 Prozent teurer. Deutlich teurer werden zum Teil auch Sitzplatz-Reservierungen. Sie haben künftig einen einheitlichen Preis von 4 Euro: Im Internet und am Fahrkarten-Automaten müssen Kunden daher deutlich mehr zahlen, am Schalter im Reisezentrum dafür etwas weniger. Die Spezialpreise im Fernverkehr, mit denen rund 30 Prozent aller Kunden fahren, sollen gleich bleiben.

Alte Preise bis 10. Dezember buchbar

Bis zum 10. Dezember können Fahrgäste alle Angebote noch zu den alten Preisen buchen – also auch eine Fahrt über Weihnachten und Silvester. Der Vorverkauf für den ab 11. Dezember geltenden Fahrplan startet am 18. Oktober. Um trotz der Preiserhöhung möglichst günstig auf der Schiene unterwegs zu sein, sollten Reisende ein paar Tipps beherzigen. Wer Bescheid weiß, kann bei einer Buchung viel Geld sparen.

  • Kritisch nachfragen. Verlassen Sie sich am Schalter nicht auf die erstgenannten Preise. Fragen Sie gezielt nach günstigeren Verbindungen, wenn Sie möglichst preiswert reisen wollen. Der Test der Preisberatung der Bahn hat gezeigt: Oft empfehlen die Berater zuerst teure Züge.
  • Haken entfernen. Auch bei der Preissuche im Internet erscheinen zuerst teure Schnellzüge. Entfernen Sie das Häkchen im Kasten „Schnelle Verbindung bevorzugen“. Mit dem Kasten „Nur Nahverkehr“ können sie nach billigen Regionalzügen suchen.
  • Früh buchen. Die Bahn schaltet ihre Sparpreise 92 Tage vor der Reise frei. Wer so weit im Voraus planen kann, sollte zuschlagen. Denn die günstigsten Fahrkarten sind oft innerhalb kurzer Zeit vergriffen. Der Nachteil: Sparpreise sind an bestimmte Züge gebunden und lassen sich nicht umbuchen.
  • Rabatte kombinieren. Die Bahncard 25 verteuert sich jetzt um 2 Euro auf 59 Euro (1. Klasse um 5 Euro auf 119 Euro). „Bahncard 25 ermäßigt“ und „Jugend Bahncard 25“ bleiben preisstabil. Allesamt lohnen sich schon bei wenigen Fernfahrten im Jahr. Die Bahncard senkt nicht nur Normal-, sondern auch Sparpreise um 25 Prozent.
  • Abo kündigen. Mit dem Kauf einer Bahncard schließen Sie ein Abo ab. Mindestlaufzeit: ein Jahr. Denken Sie daran, die Bahncard spätestens sechs Wochen vor Ablauf schriftlich zu kündigen, wenn Sie das Abo nicht um ein weiteres Jahr verlängern wollen. Sie sparen Geld, wenn Sie die nächste Karte dann erst beantragen, wenn die nächste Reise ansteht.
  • 1. Klasse reisen. Wenn die Sparpreise in der 2. Klasse vergriffen sind, gibt es mitunter noch Sparpreise in der 1. Klasse. Sie kosten oft weniger als Normalpreise in der 2. Klasse.
  • Ländertickets nutzen. Achten Sie auf Ländertickets. Damit reisen bis zu fünf Personen einen Tag lang in Regionalzügen für 26 bis 35 Euro. Oft gelten sie in mehreren Bundesländern gleichzeitig. Beispiel: Das Sachsen-Anhalt-Ticket gilt auch in Sachsen und Thüringen. Das Schleswig-Holstein-Ticket berechtigt auch zu Fahrten in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Beachten Sie die Preisänderungen ab dem 11.12.2011 : Dann kostet das Baden-Württemberg 21 Euro und jeder weitere Mitfahrer je 4 Euro. Das Sachsen-/Sachsen-Anhalt-/Thüringen-Ticket kostet dann 21 Euro und jeder weitere Mitfahrer je 3 Euro. In immer mehr Bundesländern müssen die Mitfahrer zusätzlich zahlen.
  • Kinder eintragen. Kinder bis 14 Jahre fahren kostenlos bei den Eltern oder Großeltern mit. Einzige Voraussetzung: Sie müssen beim Kauf auf der Fahrkarte eingetragen werden.
  • Billiger kaufen. Kaufen Sie Ihre Fahrkarten am Automaten oder im Internet. Länder- und Wochenendtickets kosten dort 2 Euro weniger als am Schalter. Und für Sparpreise berechnen die Mitarbeiter der Deutschen Bahn am Schalter oder Telefon sogar 5 Euro extra.
  • Handy einschalten. Der sogenannte DB Railnavigator lädt Fahrpläne aufs Handy und zeigt, welche Züge pünktlich ankommen. Wer mit seinem Handy eine Internetverbindung zu mobile.bahn.de herstellt, kann auch die Fahrkarte buchen und auf dem Handy speichern.
  • Streit schlichten. Verspätete Züge, verpasste Anschlüsse, Annullierungen – mit Beschwerden müssen sich Fahrgäste zunächst an die Bahn selbst wenden. Erreichen Sie keine zufriedenstellende Lösung, können Sie Schlichtungsstellen einschalten. Die zentrale Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr sitzt in der Fasanenstraße 81 in 10623 Berlin.

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