Bahnpreise Meldung

Teure Bahntickets müssen nicht sein. Neben „Normaltickets“ zum vollen Preis bietet die Deutsche Bahn zahlreiche Tarife und Sonderangebote, die Bahnreisen merklich preiswerter machen. Billige Fahrkarten sind allerdings oft schwer zu finden. test.de bringt Licht in den Tarifdschungel und erklärt, wie sogar spontane Wochenendausflüge bis zu 93 Prozent preiswerter sind als mit regulärer Fahrkarte.

Teure Schnellzüge bevorzugt

Die DB-Zugauskunft im Internet berücksichtigt mitunter teure Verbindungen im ICE, IC oder EC. Regionalzüge schaffen es dagegen nur auf manchen Strecken in die Anzeige, oder wenn zur gewünschten Reisezeit kein schnellerer Zug verkehrt. Neben Tickets zum vollen Preis hat der Reisende hier nur die Wahl zwischen der Bahncard, den Sparpreisen 50 und 25 sowie zeitlich begrenzten Sonderaktionen, zum Beispiel aktuell dem Winter-Spezial. Der Haken: Tickets für Sparpreise und Sonderaktionen sind kontingentiert und zu beliebten Reisezeiten meist schnell ausverkauft. Die Ländertickets als preiswerte Alternative bleiben dagegen bei der Internetsuche außen vor. Auch am Schalter gibts billige Tickets oft erst auf gezielte Nachfrage. Wer günstig bahnfahren will, informiert sich also am besten selbst über die günstigsten Preise.

Nach Sparpreisen suchen

Gerade an Wochenenden sowie zum Beginn und Ende der Ferien sind Sparpreise schnell ausgebucht. Doch wer resigniert, hat schon verloren. Weitersuchen heißt die Devise. In früheren oder späteren Zügen gibt es vielleicht noch Sparpreistickets. Mitunter hilft es auch, in der Internetsuche das Häkchen bei „schnelle Verbindungen bevorzugen“ zu entfernen oder für einzelne Teilstrecken die Option „nur Nahverkehr“ zu wählen. Sind die Sparpreistickets in der zweiten Klasse tatsächlich ausgebucht, gibt es oft noch welche in der ersten Klasse. Die ist zwar teurer. Doch ein Ticket mit Sparpreis 50 ist in der ersten Klasse immer noch preiswerter als ein Normalticket zum vollen Preis in der zweiten Klasse. Selbst wenn es in der zweiten Klasse noch Tickets mit Sparpreis 25 gibt, ist der Sparpreis 50 in der ersten Klasse attraktiv: Für nur geringen Aufpreis bekommt der Kunde mehr Komfort.

Mitfahrer zahlen die Hälfte

Wer einmal eine Verbindung mit Sparpreis gefunden hat, fährt in Begleitung noch preiswerter. Die zweite Person erhält zusätzlich zum Sparpreis einen Mitfahrerrabatt von 50 Prozent. Im günstigsten Fall zahlt die Begleitperson also nur 25 Prozent des Normalpreises. Das macht sich kurioserweise sogar dann bezahlt, wenn Reisende nur eine Strecke fahren und das Rückfahrticket verfallen lassen. Mit Sparpreis und Mitfahrerrabatt ist die Hin- und Rückfahrt preiswerter als ein reguläres One-Way-Ticket.

Bahncard 50 von Nachteil

Inhaber der Bahncard 50 erhalten seit dem letzten Fahrplanwechsel allerdings keinen Mitfahrerrabatt mehr. Auch mit anderen Sparpreisen ist die Bahncard 50 nicht kombinierbar. Ganz anders die Bahncard 25: Sie erlaubt die Kombination mit den Sparpreisen 50 und 25 und gewährt zudem einen Mitfahrerrabatt in Kombination mit einem Sparpreis. So fahren Inhaber der Bahncard 25 oft preiswerter als Inhaber der Bahncard 50. Und das, obwohl letztere jedes Jahr vier Mal so viel für ihre Karte bezahlen.

Langsam aber billig

Statt teurer Schnellzüge fahren auf vielen Strecken auch preiswerte Regionalzüge, in denen Länder- und Wochenendtickets gelten. Das lohnt sich zum Beispiel bei einem Ausflug von Hannover nach Hamburg und zurück: Die Fahrt im ICE kostet pro Person 72 Euro, im IC immerhin noch 62 Euro. Mit dem Niedersachsen-Ticket ist die Fahrt im Regionalzug dagegen auch für 17 Euro möglich. Und für 24 Euro fahren sogar bis zu fünf Personen zusammen. Bei einer Ersparnis von bis zu 93 Prozent ist vermutlich auch die knapp eine Stunde längere Fahrzeit akzeptabel.

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