Bahncard-Abo Meldung

Über die auto­matische Verlängerung der Bahncard ärgern sich viele Bahn­kunden. Einer hat sich dagegen gewehrt und erfolg­reich gegen die von der Bahn beauftragte Inkassofirma prozessiert. test.de berichtet.

Kunde wusste nichts von auto­matischer Abo-Verlängerung

Bahncard-Abo Meldung

Gündüz Askin wurde von einer Inkassofirma der Bahn verklagt.

Gündüz Askin bestellt im Oktober 2010 übers Internet die Bahncard 50. Der Manager aus dem Schwarz­wald ist beruflich viel mit der Bahn unterwegs. Im September 2011 erhält Askin über­raschend eine Bahncard für das kommende Jahr. Die hatte er gar nicht bestellt. Von der Bahn hieß es, die Bahncard verlängere sich auto­matisch, es sei denn, der Kunde kündige sechs Wochen vor Laufzeit­ende. „Das wurde mir vier Wochen vor Ende des ersten Vertrags­jahres mitgeteilt. Da konnte ich schon nicht mehr kündigen“, erzählt der 50-Jährige verärgert.

Inkassofirma verliert Prozess

Ein Einigungs­versuch über die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in Berlin scheitert, obwohl Askin zwischen­zeitlich bereit ist, einen Teil des Bahncard-Preises zu bezahlen. „Aber ich sollte auch die zwischen­zeitlich erhobenen Inkasso­gebühren bezahlen. Das wollte ich aber auf keinen Fall“, so Askin. Die Firma Universum Inkasso verklagt ihn und verliert. Vor dem Amts­gericht Gengenbach kann das Unternehmen nicht belegen, dass Askin bei der Bestellung auf die Verlängerungs­automatik hingewiesen wurde (Az. 2 C 80/13).

Schlichtungs­stelle hilft bei Beschwerden

Die Bahn habe die Hinweise auf die auto­matische Verlängerung in den letzten Jahren verbessert, berichtet SÖP-Geschäfts­führer Heinz Klewe. Es gehen zwar noch immer Beschwerden dazu ein. Allerdings seien inzwischen weniger als 10 Prozent aller Beschwerden noch „Bahncard-Fälle“. Wenn die SÖP einge­schaltet wurde, konnte sie bislang oftmals eine Lösung zugunsten der Bahn­kunden erreichen (Kontakt: www.soep-online.de und Tel. 0 30/64 49 93 30).

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