Bahn entschädigt Hitzeopfer Meldung

Wartung der Klimaanlage eines ICE.

Überfüllte Züge, ausgefallene Klimaanlagen, dehydrierte Reisende. Die Deutsche Bahn entschädigt Fahrgäste, die in Zügen mit komplett ausgefallener Klimaanlage fahren mussten. test.de sagt, wer davon profitiert.

Kein Komfort

Bei 50 Grad Innentemperatur wird die Reise im luftdicht verschlossenen ICE zur Qual. Immer wieder fielen in den vergangenen Tagen Klimaanlagen in Zügen aus. Fahrgästen, die massive Komforteinschränkungen durch ausgefallene Klimaanlagen hinnehmen mussten, erstattet die Bahn 50 Prozent des Fahrpreises - in Form von Reisegutscheinen. Für Sparpreiskunden nur ein schwacher Trost: Im ungünstigsten Fall bekommen sie 14,50 Euro für stundenlanges Brüten in der Hitze. Reisende, die wegen ausgefallener Klimaanlagen ärztlich versorgt werden mussten, erhalten als Entschädigung wenigstens Reisegutscheine in Höhe des anderthalbfachen Reisepreises.

[Update 21.07.2010] Zusätzlich zum Reisegutschein zahlt die Deutsche Bahn allen Fahrgästen, die aufgrund ausgefallener Klimaanlagen ärztlich behandelt werden mussten, 500 Euro Schmerzensgeld in bar.

Bahn vertraut Stammkunden

Um die Entschädigung zu erhalten müssen Reisende einen Erstattungsantrag zusammen mit ihrer Fahrkarte im Original einreichen. Einzige Ausnahme: Besitzer einer Bahncard 100, eines Jubiläumspasses oder anderer Zeitkarten. Sie haben keinen Nachweis für die Reise. Doch mit ihren Stammkunden geht die Bahn kulant um. Sie erstattet ihnen einen Pauschalbetrag auf Vertrauensbasis.

Fahrkarten im Original

Erstattungsanträge erhalten betroffene Fahrgäste auf folgenden Wegen:

  • Per E-Mail: hitzewelle@deutschebahn.com
  • Per Telefon: 01805-99 66 33
  • Per Post: DB Fernverkehr AG, Kundendialog, Stichwort "Hitzewelle", Postfach 10 06 13, 96058 Bamberg

Kein generelles Recht

Die Deutsche Bahn weist darauf hin, dass es sich bei der Kulanzmaßnahme um eine freiwillige Zusatzleistung handele. Generell hätten Fahrgäste kein Recht, Entschädigungen wegen Beeinträchtigung des Reisestandards einzuklagen. Scheitern Reisende mit ihrem Erstattungsantrag, können sie sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden. Sie vermittelt in Streitfällen.

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