Eine Medizin­studentin, die ihre Regel­studien­zeit im Dezember 2015 über­schritten hatte, wollte ihre Bafög-Leistungen verlängern lassen. Ihr Argument: Sie habe für ihr Studium mehr Zeit gebraucht, weil sie starken psychischen Belastungen ausgesetzt war. Ihr Bruder erlitt 2011 einen Krampf­anfall und musste ins Kranken­haus, ihre Mutter erkrankte 2012 an Krebs. Das Verwaltungs­gericht des Saar­landes wies den Antrag ab, das saarlän­dische Ober­verwaltungs­gericht (Az. 2 A 11/18) lehnte auch den Antrag der Studentin auf Berufung ab. Die Erkrankung naher Angehöriger sei kein schwerwiegender Grund für die Verzögerung ihrer Ausbildung. Schwerwiegende Gründe machten den Fortgang des Studiums entweder subjektiv oder objektiv unmöglich. Schick­salhafte Ereig­nisse in der Familie hingegen seien von vielen Menschen zu verarbeiten. Abge­sehen von der geltend gemachten nerv­lichen Belastung habe die Studentin auch nicht bei der Betreuung oder Pflege der Verwandten einspringen müssen.

[Update 03.12.2019]: Wer Verwandte pflegt, hat mitt­lerweile Chancen auf eine Verlängerung der Förderung. Denn §15 des Bafög-Gesetzes wurde entsprechend erweitert. Der Angehörige muss mindestens Pfle­gegrad 3 haben und daheim gepflegt werden.

Tipp: Alle wichtigen Fragen zum Thema Bafög beant­worten wir in unseren FAQ Bafög beantragen.

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