Badenia-Bausparkasse Meldung

Protest gegen Bausparkasse: Badenia-Opfer behaupten, dass Bausparkasse und Vertriebe aus Profitgier absichtlich falsch aufklärten.

Tausende Anleger, die ihr Geld in überteuerte Eigentumswohnungen gesteckt haben, fühlen sich betrogen. Jetzt verurteilte ein Gericht die Badenia, weil ihr Vermittler falsch aufklärte.

Die Badenia-Bausparkasse muss die Käuferin einer Immobilie so stellen, als ob sie die Wohnung nie erworben hätte. Die Frau, die die Immobilie über die Badenia finanzierte, sei vom Vermittler über die Höhe der Mieteinnahmen arglistig getäuscht worden, urteilte das Kammergericht Berlin (Az. 21 U 121/04). Die Beschwerde der Badenia gegen das Urteil hat der Bundesgerichtshof per Beschluss zurückgewiesen (BGH vom 15. April 2008, Az. XI ZR 76/07). „Die Badenia muss den Schaden bezahlen, weil sie nicht beweisen kann, dass sie von der Täuschung ihres Vermittlers nichts wusste“, erklärte Jochen Resch von der Kanzlei Resch Rechtsanwälte in Berlin, der die Frau vertritt.

Ungeachtet dieses Urteils ist die Schadenersatzfrage für Hunderte Badenia-Kunden ungeklärt. Urteile, wonach Ex-Badenia-Vorstand Elmar Agostini und der Vertrieb wussten, dass die Mieten, die Anleger aus dem Mietpool für die Wohnungen erhalten sollten, nicht erzielbar waren, wurden bisher nicht rechtskräftig. Der BGH hob sie auf, weil Agostini nicht als Zeuge zu den Vorwürfen gehört wurde. Die Zeugenvernehmung scheiterte unter anderem, weil Agostini krank wurde. Ein anderes Mal fand eine bereits angesetzte Beweisaufnahme nicht statt, weil die Badenia die Ansprüche einer Anlegerin kurz vorher anerkannte.

Anderen Betroffenen hilft das jedoch nicht, weil durch das Anerkenntnisurteil erneut eine Aussage Agostinis vermieden wurde.

Nur Agostinis Aussage kann nach Auffassung von Anlegerschützern die Aussage der Badenia widerlegen, dass sie keine generelle Kenntnis von den von vornherein völlig überhöht angesetzten Mieten hatte.

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