Baden Badener ­Unfallversicherung Meldung

Sven Gelhausen will seinen günstigen Vertrag nicht ­ändern: „Diese Erhöhung ist unverschämt.“

Aufmerksame Leser haben uns informiert: Die Baden Badener Unfallversicherung, die in unseren Tests sehr gut abgeschnitten hat, versucht, die Beiträge in laufenden Verträgen zu er­höhen. Dazu hat sie im Oktober an Kunden Ange­bote für eine ­Vertragsänderungen verschickt.

Auch Finanztest-Leser Sven ­Gelhausen hat ein solches erhalten: Der Be­amte soll nun 118 statt 76 Euro im Jahr für seinen Versicherungsschutz zahlen. Das ist eine Steigerung um 55 Prozent!

Gelhausen hat der Vertragsänderung nicht zugestimmt, obwohl die Baden Badener mit Rauswurf droht. Sie mache „die Fortführung des Versicherungsvertrags von der Annahme unseres Angebotes abhängig“, schreibt die Gesellschaft.

Bei rund 100 000 laufenden Verträgen sollen die Beiträge erhöht werden, 30 000 haben der Erhöhung nach Auskunft des Unterneh­mens bislang noch nicht zugestimmt. Vorstand Peter Naumann spricht von ­Er­höhungen zwischen 15 und 60 Prozent. Betroffen sind insbe­sondere Kunden in Berufen mit körperlicher Arbeit und ­solche, die besonders hohe ­Leistungen bei schwerer Invali­dität vereinbart haben.

Als Grund für die Erhöhung führt die Baden Badener an: Die Beiträge seien unzureichend gewesen. Offenbar sind deutlich mehr oder schwerere Unfälle passiert, als die Versicherungsgesellschaft ursprünglich kalkuliert hatte.

Wird die Baden Badener ihre Drohung jetzt wahrmachen und Kunden kündigen, die die Erhöhung nicht akzeptieren? Vor­standschef Naumann wiegelt ab: „Kein Unternehmen verliert gerne Kunden.“

Sven Gelhausen jedenfalls hat noch im­mer seinen alten Vertrag – die Versicherung hat nichts mehr von sich hören lassen.

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