Baden 2007 Meldung

Ein traumhafter Sommer braucht kühles Nass. Wo macht das Baden Spaß, wo ist das Wasser sauber und wo lauern Algen, Bakterien und Schmutz? Die test-Umweltkarte gibt Auskunft. Kostenlos. Im Test: über 400 Badestellen. test.de zeigt die saubersten Strände, Flüsse und Seen.

Ahlbeck statt Peenestrom

Wer auf Usedom baden will, fährt am besten nach Ahlbeck, Koserow, Karlshagen oder Zinnowitz. Hier ist die Ostsee top. Blauer Punkt für beste Wasserqualität. Die Badestellen halten die EU-Grenzwerte und auch die strengeren Richtwerte ein. Im Peenestrom, gleich nebenan, trüben dagegen Algen den Badespaß. Sichttiefe zum Teil unter einem Meter. Das gibt nur einen gelben Punkt.

In Hamburg ins Freibad

Krass wird es in Hamburg. Der Eichbaumsee sieht rot: Schuld sind Algen und Badeverbote in der vergangenen Saison. Die Kontrolleure des Gesundheitsamts entdeckten hier sogar Saugwürmer. Die machen sozusagen Pickel: Sie können die Haut reizen. Fazit: roter Punkt. Hier baden Sie besser nicht. Hamburgerinnen und Hamburger haben wenig Alternativen. Der Oejendorfer See ist auch nur mittelmäßig (gelber Punkt). Der Hohendeicher See und der Großensee in Südstrand sind zwar blau, aber schon recht weit von Hamburg entfernt. Und streng genommen sind auch diese Seen nur hellblau: Der Hohendeicher See war 2006 für fünf Tage wegen Saugwürmern gesperrt und der Großensee in Südstrand war in den vergangenen Jahren weniger klar. Dann vielleicht doch besser ins Freibad.

Nichts ist für immer

Einmal schlecht heißt aber nicht unbedingt immer schlecht. Ein Badesee kann sich wieder erholen. Beispiel: Der Waldsee Rieden in Rheinland-Pfalz. Er war schon 2003 als Schmuddelwasser verschrien. Die Behörden erteilten Badeverbot. Über viele Jahre. Inzwischen ist der Waldsee saniert und in dieser Saison erstmals wieder zum Baden freigegeben. Wenn der Gewässerschutz funktionieren soll, müssen aber alle mitmachen: Badenixen, Sportschwimmer, Kinder und Behörden. Wer beim Baden munter ins Wasser strullt, muss sich über Keime und Bakterien nicht wundern. Der massenhafte Andrang von Badegästen hinterlässt leider viele unschöne Spuren. Von Fäkalien über Müll bis zu nachhaltigen Schäden an der Ufervegetation. Nur wer seine Badestelle schont, wird auch in den nächsten Jahren noch Freude beim Baden haben.

1 800 Badestellen verschwunden

Auch die Natur ist nicht immer gut fürs Wasser. Extrem heiße Sommer lassen die Algen blühen. Die natürlichen Reinigungskräfte der Seen versagen. Der Sauerstoffgehalt im Wasser nimmt ab. Kommen jetzt noch Badegäste, Abwässer und Düngemittel aus der Landwirtschaft hinzu, ist der Badesee ohne Hilfe verloren. Die Sanierung ist aufwändig und teuer. Viele Kommunen sind damit überfordert. Die Europäische Kommission geht sogar dem Verdacht nach, dass einige belastete Badestellen einfach abgemeldet wurden, statt sie zu sanieren. Fast 1 800 offiziell deklarierte Badestellen sollen in Deutschland seit 1992 verschwunden sein. Für einige gibt es Erklärungen, etwa weil Messstellen umbenannt wurden, für andere nicht.

Gewässerprofile sollen Ursachen zeigen

Die EU fordert mehr Initiative beim Gewässerschutz. Vielleicht bringt die neue EU-Badegewässerrichtlinie die Seensanierung voran. Ab 2008 sind sogenannte Badegewässerprofile geplant. Die Profile sollen nicht nur die Wasserqualität, sondern auch die Quelle der Verschmutzung zeigen. So ließe sich dann die Ursache bekämpfen und die Wasserqualität verbessern. Dem Eichbaumsee in Hamburg wird das wahrscheinlich wenig helfen. Er wird seit den 1990er Jahren saniert. Bisher ohne Erfolg. Hoffnung gibt es für den Oejendorfer See in der Nähe von Hamburg. Der war jahrelang rot und mit Badeverbot belegt. Heute ist die Wasserqualität schon annehmbar.

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