Backup: So sichern Sie Fotos, Videos und Dokumente

Hand aufs Herz: Sich um eine Daten­sicherung zu kümmern, macht ungefähr so viel Spaß wie die Steuererklärung oder ein Zahn­arzt­besuch. Doch sie ist genauso notwendig. Und wer zwischen­durch immer wieder ein wenig Zeit investiert, hat es am Ende leichter.

Wer Fotos, Videos und Dokumente regel­mäßig sichert, muss die Folgen von Cyber­angriffen, tech­nischen Defekten oder Unfällen nicht fürchten. Die gute Nach­richt für alle, die sich zum ersten Mal an dieses Thema wagen: Sie sind nicht allein! Wir zeigen in fünf Schritten, wie Sie Ihre Daten so sichern, dass Sie für den Ernst­fall gewappnet sind. Die noch bessere Nach­richt: Einen Groß­teil der lästigen Arbeit können Sie PC und Smartphone machen lassen.

Im Folgenden zeigen wir, wie Sie am besten vorgehen.

1. Die richtige Methode wählen: Am besten vom Betriebs­system helfen lassen

Der erste Schritt ist bekannt­lich der schwierigste. Also einmal tief durch­atmen, etwas Zeit nehmen – und los gehts! Weil die meisten wichtigen Daten vermutlich mit einem Win­dows- oder Mac-Rechner verarbeitet werden, kümmern wir uns zunächst darum. Wie Sie Ihre Daten vom Smartphone oder Tablet sichern, erklären wir in Schritt 3. Zuerst sollten Sie sich für eine Backup-Methode entscheiden. Möchten Sie die Daten komplett selbst sichern, dann wählen Sie das „Backup von Hand“. Wenn Sie sich von Ihrem Betriebs­system helfen lassen wollen, wählen Sie „Backup mit Bord­mit­teln“.

Backup von Hand

Sie verwalten nur ein paar wichtige Dateien und arbeiten nicht sehr häufig am Computer? Dann sichern Sie Ihre Dateien einfach per Kopie auf ein externes Speichermedium. Dafür schließen Sie am besten eine externe Fest­platte oder einen USB-Stick an den Rechner an und legen darauf einen Ordner mit sprechendem Namen an, zum Beispiel „Sicherung_Stand_Januar 2021“. Schieben Sie Dateien, die Sie sichern möchten, in diesen Ordner. Ist alles kopiert, stöpseln Sie das Speichermedium ab.

Vorteil: Die Methode ist unkompliziert und bedarf keines großen Vorwissens.

Nachteil: Die Methode ist nur geeignet, wenn Sie wenige Dateien verwalten und immer genau im Kopf haben, welche Daten seit der vergangenen Sicherung dazugekommen sind. Möchten Sie viele Dateien aus verschiedenen Unter­verzeich­nissen sichern, wird das schnell lang­wierig und unüber­sicht­lich. Dann nutzen Sie besser die Bord­mittel des Computers, ihre Auto­matik ist weniger fehler­anfäl­lig.

Auto­matisches Backup

Mit Sicherungs­software. Sie wollen Ihren kompletten Daten­bestand regel­mäßig sichern und auch Ihr Betriebs­system und die Einstel­lungen? Dabei kann Ihnen ein Backup-Programm helfen. Die Daten­sicherungs­software senkt den Aufwand, denn sie erledigt vieles auto­matisch. Unser aktueller Test von Backup-Software zeigt: Gute gibt es sogar gratis.

Mit Bord­mitteln. Reicht Ihnen ein schlichtes Backup ohne viele individuelle Einstel­lungen, nutzen Sie einfach die ins Betriebs­system Ihres Rechners integrierte Backup-Funk­tion. Bei Wind­ows heißt sie „Sicherung“ und ist in den Einstel­lungen unter „Update und Sicherheit“ zu finden. Bei Apple-Computern mit MacOS heißt das integrierte Backup-Programm „Timemachine“. Es lässt sich etwa über die „Einstel­lungen“ aufrufen und akti­vieren. Die Software sichert die Daten regel­mäßig auf einer externen Fest­platte.

Vorteil: Die Backup-Funk­tion über­nimmt die lästige Arbeit und führt die Sicherung selbst­ständig und auto­matisch durch. Nach dem ersten Backup aller Daten werden mit jeder neuen Sicherung nur noch hinzugekommene Daten ergänzt, ohne dass Sie selbst den Über­blick behalten müssen. Auf Wunsch können Sie Dateien auch in verschiedenen Versionen sichern. So bleiben unterschiedliche Bearbeitungs­stände einer Datei erhalten. Im Falle eines kompletten System­ausfalls lassen sich nicht nur Dokumente, sondern auch das Betriebs­system und sämtliche Einstel­lungen wieder­herstellen.

Nachteil: Die erste Sicherung kann sehr lange dauern – je nach Umfang der Daten viele Stunden. Während der Rechner das Backup erstellt, kann er ganz schön lang­sam werden. Folge-Backups gehen aber schneller.

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2. Den richtigen Speicher­ort wählen: Externe Fest­platten sind unkompliziert, Netz­werk­fest­platten und Cloud-Speicher von über­all erreich­bar

Ein Backup sollten Sie auf keinen Fall auf dem eigenen Computer speichern, denn da hilft es nicht, wenn der Rechner kaputt­gegangen ist oder von Cyberkriminellen gekapert wurde. Diese Speicher­varianten stehen bereit:

Die externe Fest­platte

Sie sollte sich per USB-3.0 oder USB-C mit dem Rechner verbinden lassen. Nur neuere USB-Stan­dards liefern eine schnelle Daten­über­tragung, was das Erstellen des Backups wesentlich beschleunigt. Bei einem Backup mit Bord­mitteln sollte die Fest­platte mindestens die doppelte Speicher­kapazität des eigenen Rechners haben, um lang­fristig genug Raum für ein voll­ständiges Backup zu bieten. Eine externe Fest­platte mit einem Terabyte Speicher kostet etwa 50 bis 80 Euro. Beim Backup von Hand kommt alternativ auch ein USB-Stick mit 256 Gigabyte Speicher in Frage.

Vorteil: Externe Fest­platten sind recht lang­lebig und dazu kostengünstig. Sie bedürfen keiner weiteren Einrichtung.

Nachteil: Bei auto­matisierten Backups (Schritt 1) müssen Nutzer stets darauf achten, dass die externe Fest­platte am Rechner ange­schlossen ist.

Die Netz­werk­fest­platte

Eine solche Fest­platte, auch NAS (eng­lisch für Network Attached Storage) genannt, schließen Sie nicht direkt am Rechner an, sondern am Router. Dann können alle Endgeräte, die sich im Netz­werk befinden, auf die Fest­platte zugreifen – kabellos per WLan. Es gibt NAS-Systeme mit zwei einge­bauten Fest­platten, die auto­matisch alle Inhalte auf beide Platten spiegeln. Das erhöht die Ausfall­sicherheit, da es unwahr­scheinlich ist, dass beide Fest­platten gleich­zeitig kaputt­gehen. Testsieger bei den NAS-Systemen mit zwei Fest­platten war zuletzt Synology Disk­Station DS218j (Netzwerkfestplatten (NAS) im Test). Mit zwei 1-Terabyte-Fest­platten kostet sie derzeit rund 300 Euro.

Vorteil: Der Rechner kann übers WLan kabellos Daten auf der NAS sichern. Systeme mit zwei Fest­platten sorgen für doppelte Sicherheit. Ideal ist eine Netz­werk­fest­platte, wenn Sie mehrere Geräte sichern wollen, da sie gleich­zeitig auf die Fest­platte zugreifen können.

Nachteil: Im Vergleich zu einer externen Fest­platte ist eine Netz­werk­fest­platte recht teuer. NAS sind zudem kleine Computer mit eigener Bedien­oberfläche und vielfältigen Einstellungs­möglich­keiten. Das könnte Nutzer über­fordern. Die WLan-Verbindung ist zwar praktisch, aber lang­samer als eine Kabel­verbindung. Während das Backup erstellt wird, könnte die Geschwindig­keit im ganzen Heimnetz­werk sinken.

Die Cloud

Sie können Ihre Daten­sicherung bei einem Cloud-Dienst, also auf Servern eines Anbieters im Internet, ablegen. Dazu richten Sie ein Kunden­konto bei einem Dienst Ihrer Wahl ein. Anschließend laden Sie die Dateien, die Sie sichern möchten, von Hand auf den Speicher. Bei manchen Diensten können Sie einstellen, dass sich bestimmte Ordner auf dem Rechner auto­matisch mit der Cloud synchronisieren. Die besten Online-Speicher zeigt unser Test von Cloud-Diensten.

Vorteil: Ihre Daten lagern außer­halb der eigenen vier Wände und sind so vor Einbrechern, Brand oder Wasser­schaden geschützt. In den professionellen Rechenzentren werden sie mehr­fach gesichert und beschützt.

Nachteil: Diese Lösung ist relativ teuer. So kostet ein Terabyte Kapazität bei Web.de rund 10 Euro im Monat. Daten­schutz­sensible dürfte es stören, dass der Anbieter oder Ermitt­lungs­behörden eventuell Daten einsehen können. Da hilft es nur, die Daten selbst zu verschlüsseln, etwa mit Boxcryptor (Netzwerkfestplatten (NAS) im Test). Zudem dauert das Hoch­laden von größeren Daten­mengen je nach Anschluss sehr lange. Und: Nutzer haben keine Garantie, wie lange ein Dienst am Markt bleibt und was mit ihren Daten passiert, wenn er pleite geht.

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3. Smartphone und Tablet: Nicht vergessen

Smartphones und Tablets mögen zwar seltener das Ziel von Cybersch­urken sein als ein Wind­ows-Rechner, dafür gehen sie leichter verloren, kaputt oder werden geklaut.

Software meist kostenlos

Für viele Smartphones stellen die Anbieter kostenlose Backup-Software für Wind­ows oder MacOS bereit. Die von Markt­führer Samsung heißt Smart Switch. iPhone-Besitzer sichern ihre Daten am besten per iTunes. Auf Apple-Rechnern mit dem neuesten MacOS gehts ganz ohne Zusatz­software. Verbinden Sie Smartphone und Computer per Kabel und führen Sie die Sicherung nach Anweisung auf dem Bild­schirm aus. Wichtig: Die Sicherungs­datei befindet sich auf dem Computer und sollte wie alle anderen wichtigen Daten erneut gesichert werden (Schritt 1 und Schritt 2).

Auto­matisch in die Cloud

Mit einem Google-Konto können Sie bei Android-Smartphones zum Beispiel Fotos, Kontakte oder auch Messenger­verläufe auto­matisch in Googles Cloud-Dienste synchronisieren. Das gleiche gilt für iPhone-Nutzer mit der Apple-iCloud.

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4. Doppelt hält besser: Zweites Backup

Fast geschafft. Sind Rechner, Handy und Tablet das erste Mal gesichert, haben Sie schon viel erreicht. Aber: Auch die externe Festplatte oder NAS können kaputt­gehen. Zudem lagert die Sicherungs­fest­platte vermutlich zu Hause. Wenn die Wohnung abbrennt, ein Wasser­schaden alles zerstört oder ein Einbrecher Ihr Hab und Gut klaut, nutzt Ihnen das wenig. Da hilft nur ein Backup vom Backup.

Die zweite Sicherung starten

Sofern Sie Ihr Backup nicht in der Cloud, sondern auf einer Fest­platte lagern, müssen Sie von deren Inhalt wiederum ein Backup machen. Schließen Sie dafür die Sicherungs­fest­platte und eine zweite Fest­platte an Ihren Computer an und kopieren Sie den Sicherungs­ordner von der ersten Platte auf die zweite.

Außer­halb der Wohnung lagern

Lagern Sie die zweite Fest­platte an einem Ort außer­halb der Wohnung: im Büro, bei Freunden oder im Bank­safe.

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5. Wieder­holen: Den richtigen Rhythmus planen

Daten­sicherung ist keine Einmal-Aktion, sondern ein ständiger Prozess. Je öfter und intensiver Sie Ihren Rechner nutzen, desto öfter müssen Sie Ihre Daten aktualisieren. Haben Sie sich in Schritt 1 fürs Backup mit Bord­mitteln von Wind­ows oder MacOS entschieden, können Sie gelassen bleiben. Ihr Betriebs­system kümmert sich auto­matisch um regel­mäßige Backups. Sie müssen aber sicher­stellen, dass das Backup-Medium mit dem Computer verbunden ist und der Rechner das Backup reibungs­los erledigt.

Sicherung regel­mäßig prüfen

Sehen Sie nach, ob Ihre Backup-Medien noch intakt sind und vom Rechner erkannt werden. Öffnen Sie regel­mäßig exemplarisch einzelne der gesicherten Dateien. Auch ein Viren-Scan des Backups schadet nicht. Nichts ist ärgerlicher als eine Daten­sicherung, die Sie im Stich lässt oder mit Schadsoftware befallen ist, wenn sie irgend­wann gebraucht wird.

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Glossar

Tech-Sprech zum Mitreden

Inkrementelles oder differenzielles Backup. Besonders schnelles Backup, das nur Daten sichert, die sich seit dem letzten (inkrementell) oder ersten (differenziell) Backup geändert haben. Mit dieser Funk­tion sparen Nutzer Zeit und Speicher­platz.

Boot-Medium. Das Rettungs­medium ist etwa ein USB-Stick, auf dem PC-Nutzer ein spezielles Notfall-Programm speichern. Neun Test­kandidaten bieten diese Funk­tion. So lässt sich ein Backup auch ohne funk­tionierendes Betriebs­system wieder­herstellen.

Imaging. Ein Image-Backup ist ein Abbild der PC-Fest­platte, inklusive sämtlicher Daten, persönlicher Einstel­lungen und des Betriebs­systems. Mit wenigen Klicks lässt sich alles wieder­herstellen.

Partition. Nutzer können den Speicher­platz etwa einer Fest­platte oder eines USB-Sticks unter­teilen. So lassen sich zum Beispiel persönliche Dateien, Fotos, Videos und das Betriebs­system getrennt voneinander – also in Partitionen – sichern. Das ist viel über­sicht­licher.

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Speichermedien im Vergleich

Interne Fest­platte. Ein Backup auf der internen Fest­platte des Computers ist nicht ratsam. Geht der PC irreparabel kaputt oder wird von Schadsoftware blockiert, sind die darauf gespeicherten Daten meist verloren. Wie man seinen Rechner davor schützt, zeigt unser Test von Antivirenprogrammen.

USB-Stick. USB-Sticks sind nicht so robust wie Fest­platten und haben oft eine kürzere Lebens­dauer. Sie speichern teils deutlich lang­samer und lassen sich leichter verlieren.

Cloud. Das Backup liegt auf Servern eines Anbieters im Internet – mit Zugriff von über­all auf der Welt. Je nach Internet­anschluss kann es lange dauern, Daten hoch­zuladen. Wie gut Dropbox, Google Drive & Co abschneiden, zeigt unser Test von Cloud-Diensten.

Externe Fest­platte. Darauf lassen sich Daten sicher aufbewahren – wenn das Gerät nach jedem Backup vom PC getrennt wird. Modelle mit der Schnitt­stelle USB 3 speichern schneller als die mit USB 2.

Externe SSD-Fest­platte. Die teure Spezial­fest­platte sichert rasant große Daten­mengen. Am schnellsten sind Geräte mit den Schnitt­stellen USB 3.2 Gen 2x2 und Thunderbolt 3. Aber: Mit Thunderbolt 3 ließ sich im Test nicht immer das gesamte System wieder­herstellen.

NAS. Auf eine Netzwerkfestplatte (NAS) speichern mehrere ins Netz­werk integrierte Geräte per WLan. Sie ist etwa am Router ange­schlossen, Nutzer können das Backup besser vor PC-Viren schützen. Aber: Die Geschwindig­keit im Heimnetz kann beim Daten­sichern per WLan lang­sam sein.

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