Backup-Programme Test

Ein unbe­dachter Mausklick und die Daten sind hinüber. Ein Glück, wenn es eine Sicherung gibt. Mit Acronis klappt sie am besten.

Babyfotos, elektronische Steuererklärung, E-Mails, Bachelor- oder Doktor­arbeit: Der Daten­schatz auf dem eigenen Computer ist für seine Besitzer wert­voll. Nicht auszudenken, wenn ein falscher Klick alle Kinder­fotos für immer vernichtet. Dennoch verzichten die meisten Computernutzer auf eine Daten­sicherung. „Zu lästig“, „Mir passiert das eh nicht“ – so oder ähnlich klingen die Ausreden.

Der falsche Klick ist häufigster Grund

Experten sind sich einig: Der häufig­steGrund für einen Daten­verlust ist der falsche Klick des Nutzers. Erst danach rangierenComputerviren oder kaputte Fest­platten in der Liste der Ursachen. Ist der Schaden erst einge­treten, lässt sich meist nicht viel retten. Umso wichtiger: Vorsorgen in Form einer Daten­sicherung. Backup-Programme sollen den Nutzern die lästige Arbeit abnehmen und beim Wieder­herstellen der Daten helfen. Der Test von zehn Backup-Programmen und zwei ins Betriebs­system integrierten Sicherungs­lösungen zeigt: Bei Acronis klappen Sichern und Wieder­herstellen am besten. Wind­ows 8 sichert nur Dateien, nicht aber die installierten Programme. Nutzer von Apples Mac OS können sich auf die einge­baute Time Machine hingegen verlassen.

Auf zweiter Fest­platte sichern

Ganz gleich, welche Lösung Nutzer wählen, sie sollten zunächst immer ein Voll­backup durch­führen (siehe Glossar) und es auf einer externen Fest­platte abspeichern. Das schützt die Sicherung auch, wenn die Fest­platte im PC kaputt­geht oder sich ein Virus einnistet. Ein Speicher ab 1 Terabyte empfiehlt sich. Kosten­punkt: ab zirka 60 Euro.

Einmal in der Woche oder im Monat

Je nachdem, wie intensiv Anwender ihren Computer nutzen, müssen sie die Daten oft oder weniger häufig sichern. Wer täglich viele wichtige E-Mails schreibt oder Fotos bearbeitet, sollte das Backup wöchentlich aktualisieren. Wer nur selten am Rechner sitzt, um einen Brief zu tippen, dem reicht monatliches Sichern. Bei der Aktualisierung speichert das Backup-Programm alle Änderungen im System seit der letzten Sicherung. Das geht entweder inkrementell oder differenziell (siehe Glossar).

Auto­matische Sicherung hilft

Die Programme können das Prozedere auto­matisieren. Im Aufgabenplaner stellen Nutzer zum Beispiel ein, dass die Software donners­tags um 19 Uhr die Sicherung starten soll. Am besten wählen Anwender einen Zeit­punkt, an dem der Rechner in der Regel noch läuft, sie aber nicht mehr intensiv daran arbeiten. Eine Sicherung bremst den Computer aus.

Bei Avanquest gehen fast 50 Prozent der Prozessor­leistung nur für die Sicherung drauf. Bild­bearbeitung macht dann keinenSpaß mehr. Besser lösen es Genie9 und Ocster mit knapp 8 Prozent. Praktisch: In allen Programmen können Nutzer zudem einstellen, dass der Computer sich nach der Sicherung selbst ausschaltet.

Eine Frage der Zeit

Die reine Dateisicherung funk­tionierte bei jeder Software im Test. Ein Voll­backup kann aber dauern. Lange fünf Stunden brauchte Genie9, um 30 Gigabyte Daten über einen USB-2.0-Anschluss zu sichern. Deutlich schneller erledigte es Nero mit knapp neun Minuten. Die Zeiten gelten für die mitt­lere Kompressions­stufe. Nutzer können zum Teil die Daten­menge ihrer Sicherung in verschiedenen Stufen verkleinern. Das mindert den Speicherbedarf, nimmt aber Zeit in Anspruch. Die bei allen Programmen voreinge­stellte mitt­lere Kompression stellt den besten Kompromiss aus Zeit- und Speicherbedarf dar.

Wieder­herstellung selten problemlos

Die beste Sicherung nutzt nichts, wenn es Probleme beim Wieder­herstellen der Daten gibt. Besonders schnell klappt sie bei Acronis. Die gespeicherten Dateien wieder­herzu­stellen – das funk­tionierte bei allen Programmen. Anders sieht es aus, wenn Nutzer auch die installierten Programme und das Betriebs­system wieder aufbauen möchten. Fast alle Programme im Test schaffen das nur mit einer sogenannten Rettungs-CD. Nur Avanquest gelingt es ohne, allerdings läuft es nicht unter Wind­ows 8, sondern nur bis Wind­ows 7. Die CD müssen Anwender mithilfe des Programms erstellen, solange noch alles funk­tioniert. Bei Abels­soft hat die Wieder­herstellung trotz CD nicht geklappt. Bei Haage und Partner funk­tionierte die Rettungs-CD ebenfalls nicht, aber mit einem selbst­erstellten Rettungs-USB-Stick gab es keine Probleme.

Eine besondere Heraus­forderung für eine Backup-Software stellt eine komplette System­wieder­herstellung auf einem neuen Rechner dar. Die Programme von Acronis, Avanquest, Haage und Partner, Octser und Paragon meistern diese.

Wind­ows 8 sichert nur Dateien

Auch die Betriebs­systeme Wind­ows 8 und Mac OS bieten Sicherungs­lösungen. Die von Wind­ows 8 beschränkt sich allerdings auf Dateien. Eine voll­ständige Sicherung aller Programme und des Betriebs­systems ermöglicht sie nicht. Anders bei Apples Mac OS. Dank einge­bauter Time Machine bekommen dessen Anwender alles wieder. Sie können aber nur wenig selbst einstellen, die Time Machine läuft weitest­gehend auto­matisch. Wind­ows-Nutzer wählen am besten Acronis.

Dieser Artikel ist hilfreich. 80 Nutzer finden das hilfreich.