Babywindeln Test

288 kleine Jungen und Mädchen machten sich für uns die Hosen voll. Nach ihren wochenlangen Geschäften standen die Favoriten fest: Die neuen Pampers und Fixies.

Der Aufwand war beträchtlich: Um herauszufinden, welche Windeln am besten sind, ließen wir jede Sorte zwei Wochen lang von 106 Babys ausprobieren – meist vier Stück tagsüber und eine Windel in der Nacht. Von den insgesamt 21 Produkten lieferten wir mehr als 150 000 Stück an die 288 Familien aus, die am Praxistest teilnahmen.

Die Eltern mussten über die Machenschaften ihrer Knirpse akribisch Buch führen. Die Mütter und Väter notierten fein säuberlich, wie gut die Windeln dicht hielten, ob Babys Haut feucht oder trocken war, ob sich Rötungen oder wunde Stellen am Popo zeigten. Außerdem hielten sie fest, wie sich die Windel anfühlt, wie gut sie sich an- und ausziehen lässt, welche sie ganz toll finden und welche sie lieber nicht kaufen würden.

Die Marktführer sind am besten

Babywindeln Test

Mit einer bequemen trockenen Windel lässt es sich auch gut krabbeln.

Im Test waren 17 klassische Wegwerfwindeln der Größe Maxi und vier neuartige Einmalslips für Kleinkinder auf dem Weg zum Trockenwerden. Gedacht sind sie meist für Wonneproppen mit 7 bis 18 Kilogramm Körpergewicht. Fixies Training Pants sollen sogar kleine Schwergewichte bis 25 Kilo glücklich machen. Diese breite Spanne deckt die lange Zeit ungefähr zwischen dem zweiten Lebenshalbjahr und dem dritten Geburtstag ab. Die Maxigröße wird also besonders häufig gekauft.

Entsprechend groß sind die Anforderungen und Erwartungen an eine Maxiwindel. Sie soll zarte Zweijährige genauso trocken halten wie stämmige Dreijährige, wilde Rutsch- und Kletterpartien aushalten, ohne auszulaufen, und Verdauungsstörungen im Griff haben – auch nachts. Diese Anforderungen meisterten die Höschenwindeln der Marktführer Procter & Gamble und Hartmann mit Bravour: „Sehr gut“ hieß es für Pampers Active Fit, Baby-Dry und Easy Up Pants sowie für Fixies Active Life Extra Class. Diese vier halten rundum dicht, sind hautverträglich und lassen sich leicht an- und ausziehen. Dabei bleibt Babys Po schön trocken. Einziger Wermutstropfen: Sie sind nicht gerade billig. Je nach Packungsgröße und Sorte kosten die „sehr guten“ Höschenwindeln 18 bis 30 Cent pro Stück. Windel-slips sind sogar noch kostspieliger. Die „sehr guten“ von Pampers schlagen mit bis zu 34 Cent zu Buche, die deutlich schlechteren Training Pants von Fixies sogar mit bis zu 44 Cent pro Stück. Wer nur das Beste für den Nachwuchs kauft, muss im Laufe des Windelalters also recht tief in die Tasche greifen.

Auch viele Handelsmarken sind „gut“

Babywindeln Test

Windelslip: Ein Schritt zur Selbstständigkeit

Häufig billiger als die Windeln mit wohlklingenden Namen sind Produkte großer Handelsketten. Zwar lösten die Maxis von Aldi, Budnikowsky, dm, Lidl, Plus, Rossmann und Wal Mart bei unseren Testern nicht die gleiche Begeisterung aus wie Pampers und Fixies. Doch sie hinterließen insgesamt einen überzeugenden „guten“ Eindruck und sind gerade tagsüber eine Alternative zu teuren Markenprodukten. Bereits ab 15 Cent das Stück zu haben, lassen sich mit ihnen über die Wickeljahre einige Hundert Euro sparen – mit kleinen Abstrichen im Komfort.

Manche schmiegen sich nicht ganz so weich an Babys Körper, manchmal kleben die Verschlüsse nicht optimal. Bei den Windeln von Aldi (Süd), Plus und Rossmann stellten die Eltern beim Windelwechsel öfter mal einen feuchten Po fest, auch bei Moltex Öko, Norma und Schlecker. Das zeigt, wie wichtig die Gesamtkonstruktion aus Saugkörper, elastischen Bündchen, atmungsaktiven Beschichtungen und Klettverschlüssen ist. Es stecken eben viele Finessen in einer auf den ersten Blick simpel anmutenden Windel. Dabei handelt es sich oft um Hochleistungsprodukte. So wie bei den Pampers-Windeln. Die Eltern waren überrascht, wie leicht, dünn und schmal sie sind und trotzdem dicht halten. Hier werden besonders hochwertige Absorber und sehr saugfähige Zellulose verarbeitet. Der Saugkern wurde um rund 30 Prozent abgespeckt, der Schritt ist nur noch 70 Millimeter schmal statt der üblichen 95 bis 110 Millimeter. Das sieht nicht nur netter aus, sondern die kleinen Wonneproppen können sich in dieser „Verpackung“ auch besser bewegen – ohne den windeltypischen Watschelgang. Bei Pampers Active Fit und Pampers Easy Up Pants sind die Bündchen außerdem so elastisch, dass sie bis zu zehn Zentimeter „Spiel“ haben. Da drückt auch im Sitzen nichts auf den prallen, wohlge­nährten Bauch.

Über Druckstellen und Reiben klagten hingegen viele Eltern, wenn sie ihrem Sprössling die Firstline-Windel von Markant anlegten. Die ist besonders an den Beinchen zu eng, schon bei Babys, die statt der angegebenen 18 Kilogramm nur 9 oder 10 Kilogramm wiegen. Die Firstline nimmt Urin schlecht auf, läuft deshalb häufig aus, der Popo ist schnell feucht oder gar nass, sodass bald eine neue Wickelrunde ansteht. Alles in allem hat dieses Produkt am wenigsten gefallen. Nur knapp ein Drittel der Mütter und Väter würden die für ihr Baby kaufen. Die drei „befriedigenden“ Sorten (Moltex Öko, Schlecker/AS und Norma/BabyNorm) hätten im Vergleich dazu immerhin bei nahezu der Hälfte eine Chance, im Einkaufswagen zu landen.

babydream ist nicht Babys Traum

Auf krasse Ablehnung stieß auch das babydream-Trainingshöschen von Rossmann. Für nahezu jedes zweite Baby war es zu klein, obwohl die kleinen Probanden mit ihren rund 12 Kilogramm genau in der vom Anbieter angegebenen Gewichtsklasse lagen. Der Slip saugt wenig auf, der Po ist öfter feucht. Lästig war hier das Aufreißen des Seitensaums. Das geht so schwer und letztlich ruckartig, dass fester Inhalt leicht auf dem Boden landen kann. Begeistert waren unsere Eltern hingegen von den Pampers Easy Up Pants. Die sind weich und anschmiegsam, sitzen und passen rundum gut, laufen nicht aus und lassen sich zum Ausziehen bequem aufreißen. Mithilfe des Klebestreifens bekommt man die Packung samt Inhalt auch gut in den Griff – zum Entsorgen.

Die Windel als Slip

Der Slip als Windel ist das jüngste „Kind“ der Branche. An den Seiten geschlossen, wie eine Hose geschnitten und auch so anzuziehen, ist sie für ältere Winzlinge gedacht, die sich nicht mehr im Liegen wickeln lassen wollen. So die Philosophie von Procter & Gamble und dm. Hartmann (Fixies) und Rossmann bieten ihre Slips explizit als Trainingshöschen an. Das Kind soll darin seinen feuchten Allerwertesten spüren, sich unwohl fühlen und dadurch sanft genötigt werden, aufs Töpfchen zu gehen. Klingt logisch, ist aber wenig hilfreich, wenn vieles danebenläuft und die Kleidung verschmutzt.

Wann ein Kind trocken wird, hängt stark von der körperlichen und geistigen Entwicklung ab. Erst um den zweiten Geburtstag herum kann es Stuhl- und Harndrang bewusst wahrnehmen und einen Zusammenhang zur vollen Windel herstellen. Bis die Kontrolle über die Schließmuskeln funktioniert, es Bescheid sagen und später auch vorsorglich auf die Toilette gehen kann, vergehen Monate. Jedes Kind braucht seine ganz individuelle Zeit, bis das auch nachts ganz ohne Pannen klappt. Druck ist nach Ansicht von Experten dabei wenig hilfreich.

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